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„Männer können Jungs beflügeln“
Klaus Hurrelmann: Kindern fehlt das andere Modell. Foto: dpa
Interview

„Männer können Jungs beflügeln“

05.10.2017
  • MICHAEL GABEL

Berlin. Klaus Hurrelmann hält es für geboten, mehr männliche Lehrkräfte an Grundschulen zu holen:

Warum wollen so wenige Männer Grundschullehrer werden?

Klaus Hurrelmann: Frauen haben Gefallen an dem Beruf gefunden, weil sie die Flexibilität zu schätzen wussten, die man dort hat. Heute sind sie deutlich in der Überzahl, Männer überlegen es sich zweimal, ob sie den Beruf ergreifen wollen, weil sie dann ein seltenes Exemplar sind.

Wie könnte man das ändern?

Die Scheu der Männer wird geringer werden, denke ich. Die jungen Männer fangen an, ihre Geschlechtsrolle neu zu entdecken. Familie und Beruf zu verbinden, das wird auch für Männer immer mehr zum Thema. Dann wird sich bei den Männern auch herumsprechen, dass Grundschullehrer ein attraktiver Beruf ist.

Was fehlt Kindern, wenn sie fast nur Frauen im Schulumfeld erleben?

Sie erleben vor allem, wie Frauen mit ihrem Alltag umgehen. Wie sie sich freuen, sich ärgern, wie sie Erfolge und Misserfolge verarbeiten – und es fehlt ihnen das andere Modell. Man soll nicht klischeehaft denken – auch unter Frauen gibt es Lehrkräfte, die sehr konsequent und sehr streng sein können. Aber Kindern geht das Erleben und die Erfahrung verloren, dass sie jemanden mit einer anderen Stimme, einem anderen Körperbau, einem anderem Lebenskonzept erleben. Zumal auch in den Kindergärten viel weibliches Personal ist und zu Hause leider auch immer noch die Mütter in der Erziehung dominieren.

Sind Jungen besonders betroffen?

Ja. Sie haben größere Verhaltensauffälligkeiten als Mädchen, Konzentrationsstörungen und Aggressionen. Außerdem ist ihr Leistungsstand im Schnitt schlechter. Männer als Vorbilder würden manche Jungen beflügeln.

Neigen Lehrerinnen dazu, Mädchen zu bevorzugen?

Das zwar nicht. Aber Mädchen sind aufgeschlossener gegenüber allem, was in der Schule passiert. Viele Jungen sind dagegen schulfern in ihrem ganzen Verhalten. Die Gleichaltrigen-Gruppe unterstützt das auch noch. Da kommen solche Klischees rein: Bloß nicht als Streber auffallen. Sie tun sich schwer und blockieren sich selbst. Deshalb bekommen sie auch bei den männliche Lehrkräften am Ende die schlechteren Noten.

Michael Gabel

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05.10.2017, 06:00 Uhr
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