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Moskau

Madonna provoziert Russen

Für Pussy Riot, Schwule und Lesben: Die Sängerin Madonna nutzt ihre Auftritte für Werbung - und erzürnt damit so manchen Russen.

11.08.2012
  • STEFAN SCHOLL

Moskau Witali Milonow, Funktionär der Staatspartei "Einiges Russland", will Madonna verklagen: Sie habe auf ihrer Show am Donnerstag gegen ein Gesetz verstoßen, das in Petersburg Werbung für Homosexualität gegenüber Minderjährigen verbietet.

An den Eingängen zum Konzertsaal "Petersburgski" bekamen Besucher rosa Armbändchen, mit denen sie später winken sollten, um ihre Toleranz für sexuelle Minderheiten zu zeigen. Madonna predigte: "Homosexuelle haben die gleichen Rechte wie andere Menschen, in Russland wie auf der ganzen Welt. Sie verdienen es, dass man ihnen mit Achtung, Duldung und Liebe begegnet." Star und Tänzer schwenkten Fähnchen in Regenbogenfarben. In Moskau hatte Madonna wenige Tage zuvor auf der Bühne für die inhaftierten Frauen der Protestband Pussy Riot agitiert, die wegen eines Punkauftritts in der Erlöserkathedrale vor Gericht stehen. Ihnen drohen drei Jahre Gefängnis. Madonna muss höchstens 120 Euro Geldstrafe zahlen, die Konzertveranstalter 6000 bis 12 000 Euro.

Orthodoxe und nationalistische Organisationen hatten in Petersburg zu Protesten gegen Madonna aufgerufen. "An Stelle unserer Behörden würde ich solch unmoralischen Figuren die Einreise nach Russland verbieten", sagte der orthodoxe Geistliche Andrej Kurajew.

Auch Schwule und Lesben demonstrierten. "Show und Geld sind noch kein Kampf für Menschenrechte", stand auf Plakaten. Madonna nutze politische Konflikte in den Gastländern für ihre PR, erklärte Gay-Aktivist Nikolaj Alexejew. "In Paris provoziert sie mit Hakenkreuzen, in der Ukraine verlangt sie die Freilassung Julia Timoschenkos, in Moskau die Freilassung der Pussy Riots." All das diene nur ihr. "Madonna fährt wieder weg, aber das Petersburger Schwulengesetz bleibt."

Madonna provoziert Russen
US-Popstar Madonna eckt in Russland mit ihren Vorstellungen an.

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11.08.2012, 12:00 Uhr
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