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24.11.2015

Manche jammern, dass ihnen das Geld zum Filmemachen fehlt. Andere machen halt einfach mal. Was man mit Enthusiasmus statt Fördermitteln erreichen kann, war gerade in dem Roadmovie „Bis zum Ellenbogen“ zu bestaunen. Noch besser gelungen sind die ähnlich guerrillamäßig erzeugten „Schwarzen Schafe“, die jetzt mit großer Verspätung nach Tübingen trotten.

Der Schweizer Daniel Rihs verstrickt in seinem zweiten Langfilm ein halbes Dutzend Episoden aus den schmuddeligen Ecken Berlins. Zu den Protagonisten zählen zwei arbeitslose Kiffer auf verquerer Suche nach alternativen Lebensformen, ein abgebrannter Hochstapler, der an seiner Liebe zu einer sündhaft teuren Vogue-Redakteurin verzweifelt (Bild), drei Deutschtürken, die so vehement wie ungelenk nach dem ultimativen Sex-Abenteuer dürsten. Die schönste Geschichte spielt auf einem Ausflugsdampfer, wo die Animateurin Charlotte (Jule Böwe) einer alten Studienkollegin die Zahnarztgattin vorgaukelt – was ihr ewig besoffener Freund gekonnt zu sabotieren weiß.

Erfrischend exzessiv springt der Film von der überkandidelten Pubertätsklamotte zur lebensnahen Unterschichts-Groteske. Manchmal kommt man sich vor wie in einer Trash-Parodie der „American Pie“-Serie, während die kunstspröden Schwarzweiß-Bilder ein bisschen an den frühen Jim Jarmusch erinnern. Wer zart besaitet ist, dürfte an den reichlich wabernden Körperflüssigkeiten wenig Freude haben. Allen anderen sei dieser punkig-rotzige, innerlich aber warmherzige und fast immer witzige Undergroundfilm warm empfohlen – erst recht als Erholung von dem abgetakelten Klamauk aus der Münchener Eichinger-Schule.

Spielplan

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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...  Der verschlungene Weg der suggestiven Ideen musste irgendwann auch bei der Angstvorstellung ankommen, dass sich schon ein Gedanke, eine Idee, einmal „eingepflanzt“, als leibhaftiges Monster manifestiert und innen und außen verschwinden. "The Bye Bye Man" geht diesen letzten Schritt mit erschreckender Konsequenz und überaus geschickter Dramaturgie: Während wir noch in der ersten Hälfte drei Jungakademiker beim Einrichten in ihrem neuen alten Haus beobachten dürfen (superbe Weitwinkelaufnahmen von immer irgendwie „falschen“ Räumen), geht es im zweiten Teil per Express ins Unterbewusste, wo der Bye Bye Man sich eingenistet hat. Und nun verändert sich auch die Wirklichkeit in einem Maße, dass ein Aufenthalt auf einem unbeschrankten Bahnübergang noch eine Erholung darstellt. "The Bye Bye Man" steht in einer kleinen, aber feinen ehrwürdigen Tradition von Horrorfilmen, die mit dem bloßen Erwähnen eines Namens und dem damit verbunden Schrecken spielen. ...
Peter Dorn über The Bye Bye Man
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