Glosse

Leute, esst Schinken!

Von PETRA WALHEIM

Leute, esst Schinken!

Foto: ©simm49/Shutterstock.com

Villingen-Schwenningen. Schwarzwald: Das sind Kirschtorte, roter Bollenhut und Kuckucksuhr. Manche denken auch noch an den geräucherten Schinken von glücklichen Schweinen. Aber dem Schutzverband der Schwarzwälder Schinkenhersteller sind es viel zu wenige. Um den Verkauf anzukurbeln, geht er im Netz mit Spots in die Werbung. Zum Beispiel mit dem Weltklasse-Biathleten Benedikt „Benni“ Doll aus dem Schwarzwald. Der stiefelt in einem der drei Streifen, die im Netz stehen, in antiker Schwarzwälder Skibekleidung in einen Supermarkt und lockt mit „lecker, lecker, lecker“ die Spot-Schauer. Dabei wedelt er mit einem vakuumierten Stück Schinken. Einem Kunden erklärt er, wie Schinken richtig gut schmeckt: „mit Brot, ein bisschen Zwiebeln und einem Stück Apfel“. Derweil versucht das Schwarzwälder-Schinken-Mädchen in einem weiteren Spot Frankfurtern, Asiaten und einem Dunkelhäutigen die Spezialität näher zu bringen. Die probieren und recken den Daumen nach oben.

Na also, geht doch. Wenn Menschen aus aller Welt den Schinken mögen, sollte er Einheimischen auch munden. Auch wenn die Schweine nicht im Schwarzwald groß geworden sind. „Schwarzwälder Schinken“ ist zwar eine geschützte geographische Angabe. Die verlangt aber nur, dass der Schinken im Schwarzwald mit Nadelholz geräuchert worden sein muss. Petra Walheim


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10.11.2017 - 06:00 Uhr