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Les Amitiés maléfiques

Der falsche Freund: Schülerkritik über den französischen Film in der "Semaine de la Critique".

Der falsche Freund: Schülerkritik über den französischen Film in der "Semaine de la Critique".

LES AMITIES MALEFIQUES
Frankreich

Regie: Bourdieu, Emmanuel
Mit: Malik Zidi, Thibault Vincon, Alexandre Steiger

- ab 0 Jahren

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24.11.2015
  • Amélie Streubel & Sabine Pietruske, Altes Gymnasium Bremen

„Warum schreiben Schriftsteller? Weil sie nicht genug Charakter haben es nicht zu tun.“ Ein wichtiger Satz in dem Leben des Protagonisten André Morney, ein Literaturstudent, der versucht seine Freunde von dieser Tatsache zu überzeugen.

Alexandre, ein Schauspieler und Éloi, ein Schriftsteller, sind in den Bann des charismatischen Mittzwanzigers geraten. Morney hilft seinen Freunden beim Aufbau ihrer Karriere, verlangt aber als Gegenleistung Anerkennung. Dabei festigt er seine eigene Stellung im Freundeskreis als Literat und sorgt gleichzeitig dafür, diese durch Konkurrenz nicht wieder zu verlieren.

Der selbsternannte „Könner“ Morney muss jedoch im Laufe der Geschichte die harte Erfahrung machen, dass er selbst seine eigenen hohen Ansprüche nicht erfüllen kann. Anstatt sich damit abzufinden, schafft er für seine Freunde eine fiktive Welt, in der er vorgibt zu sein. Tatsächlich aber flieht er aus seinem Umfeld in eine andere Welt, in die er sich fügen muss.

Auf unterschwellige Weise lässt der Regisseur Emmanuel Bourdieu seine Figur sich selbst erkennen, jedoch nicht sich akzeptieren. Für den Zuschauer wird dies in zwei Schritten sichtbar: Zum einen die organisierte Zerstörung eines Werkes der Konkurrenz, zum anderen durch die Verachtung eines Literaturprofessors. Morney erkennt in diesen Geschehnissen seine Schuld nicht an.

Nach seinem Verschwinden bleibt seinen Freunden nichts weiter übrig, als ohne ihren Mentor zu bestehen. Éloi und Alexandre beginnen ein individuelles Leben, das nicht mehr durch die falsche Fürsorge Morneys gehemmt wird.

Die Isolation des Protagonisten wirkt auf seine Freunde, sowie auf das Publikum mitleidserregend. Hat André dieses Mitleid als Gescheiterter verdient oder ist es Boshaftigkeit und Ignoranz, die aus ihm spricht?

Eine solche Art von Freundschaft ist in der Tat „unheilvoll“.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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... Der Film ist in 3 Teile eingeteilt und mit über 2 Stunden Länge viel zu lang. Es ist eine Mischung aus mozartesker Verwechslungskomödie und tarentinischer Brutalität und bogarteskem Dandygetue. Die Auflösung der Story ergibt sich schon relativ früh im Film, deswegen fand ich den Schluss zu lang. Außerdem: Viel zu wenig Eindrücke aus Südkorea aus der Zeit vor WW2. Die Story hätte völlig beliebig zu jedem Zeitpunkt überall stattfinden können. Hier wurde eine Chance vertan, schade, deshalb von mir nur 3 Sterne..
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