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Festspiele

Leidenschaft, Ekstase und viel Musik

Salzburg 2018: eine „Salome“ ohne Blut, ein polierter „Jedermann“ und viel Beethoven mit Pult-Derwisch Currentzis.

09.11.2017
  • DPA

Salzburg. Die Salzburger Festspiele wollen sich 2018 der Leidenschaft und der Ekstase widmen. Beide Gefühle seien wesentliche Kraftfelder, „die eine sehr fragile Weltordnung in ein dramatisches Ungleichgewicht bringen können“, sagte Intendant Markus Hinterhäuser bei der Programmpräsentation am Mittwoch.

Einen prominenten Platz nimmt Richard Strauss' Oper „Salome“ ein, „das absolut schockierendste Stück der Opernliteratur“, wie Hinterhäuser sagte. Regisseur Romeo Castellucci wolle eine minimalistische Version „ohne einen Tropfen Blut“ bieten, für die die Felsenreitschule sogar umgebaut werde. Franz Welser-Möst wird dirigieren.

Insgesamt bieten die Festspiele von 20. Juli bis 30. August 206 Aufführungen an 18 Spielorten, darunter sind neun Neuinszenierungen. Zum Motto der Festspiele passe auch besonders das 1966 in Salzburg uraufgeführte Werk „Die Bassariden“ von Hans Werner Henze in der Inszenierung von Krzysztof Warlikowski mit Dirigent Kent Nagano.

Neuenfels kommt zurück

Die ursprünglich geplante Wiederaufnahme von „Aida“ scheiterte daran, dass weder Diva Anna Netrebko noch Dirigent Riccardo Muti verfügbar gewesen seien. Dafür sei unter Zeitdruck Tschaikowskys „Pique Dame“ ins Programm gerückt. Mariss Jansons dirigiert, Regisseur ist Altmeister Hans Neuenfels.

Das Schauspiel präsentiert eine Wiederaufnahme des umstrittenen „Jedermann“ von Regisseur Michael Sturminger in der gleichen Besetzung wie 2017 mit Tobias Moretti in der Titelrolle und Stefanie Reinsperger als Buhlschaft. Im Vergleich zu der unter Zeitdruck erfolgten Inszenierung 2017 werde es Änderungen etwa an der berühmten Bankett-Szene geben, kündigte Schauspielchefin Bettina Hering an. Auf der Perner-Insel, der Off-Spielstätte des Festivals, inszeniert Frank Castorf „Hunger“ von Knut Hamsun. Außerdem gibt es „Kommt ein Pferd in die Bar“ von David Grossman und Heinrich von Kleists „Penthesilea“.

Prominentester Neuzugang im Konzertprogramm ist Kirill Petrenko, noch Musikchef der Bayerischen Staatsoper, am Pult der Berliner Philharmoniker, deren Chefposition er 2019 antreten wird. Sein Vorgänger bei den Philharmonikern, Sir Simon Rattle, gastiert mit seinem neuen Orchester, dem London Symphony.

Der griechische Dirigent Teodor Currentzis und sein Ensemble musicAeterna aus dem russischen Perm, die in der vergangenen Saison mit ihrem Festspieldebüt für Furore sorgten, wird mit einem Zyklus aller Beethoven-Sinfonien prominent im Programm vertreten sein. dpa

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09.11.2017, 06:00 Uhr
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