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Afghanistan

Lebenszeichen von deutscher Geisel

In Pakistan ist ein Video von einem im Januar verschleppten Deutschen aufgetaucht. Es ist das erste Lebenszeichen des Entwicklungshelfers.

24.12.2012
  • von DPA

Peshawar/Berlin Fast ein Jahr nach der Entführung eines deutschen Entwicklungshelfers in Pakistan ist jetzt erstmals ein Lebenszeichen von dem Mann aufgetaucht. Der TV-Sender Dunya News strahlte am Samstag ein 52 Sekunden langes Video aus, in dem der Deutsche darum bittet, ihn und den gemeinsam mit ihm entführten Italiener zu retten. "Bitte akzeptieren Sie die Forderungen der Mudschaheddin", sagt er auf Englisch. "Sie können uns jederzeit töten."

Die Deutsche Welthungerhilfe in Bonn, für die der Entführte in Pakistan tätig war, erklärte lediglich: "Wir kennen das Video." Ähnlich zurückhaltend äußerte sich eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin: "Dem Auswärtigen Amt ist der Fall bekannt." Der Sprecher des pakistanischen Außenministeriums, Moazzam Ahmad Khan, sagte zu dem Video: "Wir sind in Verbindung mit den deutschen Behörden." Da der Fall heikel sei, könne er ihn aber nicht weiter kommentieren.

Aus dem Video geht nicht hervor, wann dieses gemacht wurde. Die Redaktion von Dunya News in Peshawar hat die Aufnahme laut eigener Angaben über Quellen mit Verbindungen zum Terrornetz Al-Kaida erhalten. Diese Quellen hätten angegeben, das Video sei direkt nach der Aufnahme auf den Weg gebracht worden. Der Deutsche warnt darin vor einer gewaltsamen Befreiung. "Machen Sie keine unklugen Pläne, uns gewaltsam zu befreien. Ich würde gerne leben und meine Familie lebendig wiedersehen." Der Italiener war nicht zu sehen.

Die beiden Entwicklungshelfer waren am 19. Januar aus ihrem Haus in der ostpakistanischen Stadt Multan in der Provinz Punjab verschleppt worden. Im Februar hatten die pakistanischen Taliban (TTP) mitgeteilt, die Europäer befänden sich in ihrer Gewalt. Nach früheren Medienberichten fordern die Entführer unter anderem die Freilassung von Taliban aus pakistanischen Gefängnissen.

Das Auswärtige Amt bezeichnet die Sicherheitslage in Pakistan als schwierig. Neben den zwei Europäern ist seit August 2011 ein amerikanischer Entwicklungshelfer in der Gewalt radikalislamischer Entführer. Zwei Schweizer waren im März nach fast neun Monaten freigekommen. Im April war die Leiche eines britischen Mitarbeiters des Internationalen Roten Kreuzes entdeckt worden.

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24.12.2012, 12:00 Uhr
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