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Stuttgart

Landesregierung will Pflegeberufe attraktiver machen

Die angespannte Personallage an den Krankenhäusern im Südwesten hat am Mittwoch auch den Landtag beschäftigt.

08.11.2017
  • dpa/lsw

Stuttgart. «Uns macht auch die Entwicklung Sorge, dass Pflegepersonal durch Arbeitsverdichtung ausbrennt und nicht mehr so lange in diesem Beruf verbleibt», sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) im Plenum in Stuttgart. Die durchschnittliche Verweildauer betrage derzeit 12,7 Jahre. «Das ist natürlich deutlich zu wenig.»

Die Landesregierung gehe seit längerer Zeit intensiv gegen den drohenden Fachkräftemangel in der Pflege vor. Das Berufsbild müsse für möglichst viele und unterschiedliche Zielgruppen attraktiver werden. Als Beispiele nannte Lucha den neuen Studiengang Pflegewissenschaften an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd und Berufsausbildung in Teilzeit. Stefan Teufel (CDU) schlug zudem eine Imagekampagne für die Pflegeberufe in Baden-Württemberg vor.

Die Debatte war von der SPD-Fraktion initiiert worden, die steigenden Krankenstand und sinkende Motivation bei Pflegekräften diagnostiziert. SPD-Sozialexperte Rainer Hinderer verlangte bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung für Pflegekräfte sowie die Befreiung von Arbeiten, die andere vornehmen könnten. Allein in der Intensivpflege könnten deutschlandweit mehr als 3000 Stellen nicht besetzt werden.

Darunter litten auch die Universitätskliniken im Südwesten. «Hier sind ja aktuell die Auseinandersetzungen zwischen ver.di und den Arbeitgebern besonders groß», sagte Hinderer mit Blick auf eine Demonstration der Pflegekräfte der Uniklinik Tübingen gegen Überlastung. «Hochleistungsmedizin geht nicht, ohne mit dem Pflegepersonal an einem Strang zu ziehen, und zwar in die gleiche Richtung.» Er warnte das Land, die Investitionsförderung für die Kliniken zu kürzen. Das gehe auch zu Lasten der Pflege. Eine Absenkung der Krankenhausinvestitionen führe dazu, dass laufende Betriebsgelder, mit denen das Personal zu zahlen wäre, in Investitionen umgeleitet werden, monierte auch Jochen Haußmann (FDP). Das bestritt Minister Lucha.

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08.11.2017, 14:45 Uhr | geändert: 08.11.2017, 16:10 Uhr
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