Bildung

Land baut das Fach Informatik weiter aus

Von AXEL HABERMEHL

Kinder ab Klasse 7 sollen künftig an allen Schulformen das Fach belegen können. Die Pläne sind teuer und Lehrer knapp.

Stuttgart. Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann will den Informatik-Unterricht stark ausbauen. Das geht aus einer Vorlage der CDU-Politikerin für die Kabinettssitzung am Dienstag hervor, die der SÜDWEST PRESSE vorliegt. Darin heißt es, die Stärkung sei „eine wesentliche Maßnahme, um Kenntnisse und Kompetenzen in einem zentralen Zukunftsfeld an die kommenden Generationen zu vermitteln“.

Eisenmann plant, den „Aufbaukurs Informatik“ in Klasse 7 ab kommendem Schuljahr auf alle weiterführenden Schulen auszudehnen. Bisher gibt es den Kurs, den alle Schüler in einer Wochenstunde besuchen sollen, nur an Gymnasien; und auch erst seit diesem Schuljahr.

Zudem wird ab dem Schuljahr 2019/20 an Haupt-, Werkreal- und Realschulen in den Klassen 8 bis 10 ein „Wahlfach Informatik“ eingeführt. Dieses können Schüler freiwillig an drei Wochenstunden belegen. Darüber hinaus soll es an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen ein „Profilfach Informatik, Mathematik, Physik“ (IMP) geben. Das können Schüler statt oder zusätzlich zum „Profilfach Naturwissenschaft und Technik“ (NwT) belegen. IMP startet an Gymnasien 2018/19, an Gemeinschaftsschulen 2019/20.

Eisenmann braucht nun dringend die nötigen Lehrer. Sie rechnet mit 174 zusätzlichen Deputaten ab dem Schuljahr 2018/19 und insgesamt ab 2022/23 mit 288,3 Deputaten zusätzlich. 2018 entstehen Kosten von 5,6 Millionen Euro. Mittelfristig rechnet das Land bis 2022 gar mit 22,4 Millionen jährlich.

Die Lehrer sind ein Knackpunkt des Konzepts. Zwar gibt es seit einigen Jahren das Lehramt Informatik an Gymnasien, „jedoch wird der entstehende Lehrkräftebedarf in Informatik durch Neueinstellungen nicht gedeckt werden können“, schreibt Eisenmann. Eine „breite Fortbildungsoffensive“ sei unabdingbar. Um den Bedarf für IMP und das „Wahlfach Informatik“ zu decken soll für Lehrer, die das Fach Informatik nicht studiert haben, „ein Kontaktstudiengang über ein Schuljahr angeboten werden“.


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10.11.2017 - 06:00 Uhr