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Alternativen zu Tierversuchen

Land Baden-Württemberg fördert drei Tübinger Forschungsprojekte

Viele Tierversuche können durch Tests an Zellkulturen ersetzt werden. Forschungsprojekte hierzu und zu anderen Tierversuchs-Alternativen fördert die Landesregierung in den kommenden zwei Jahren mit 400.000 Euro.

20.01.2014
  • Angelika Bachmann

Tübingen. Vor allem die Versuche mit Primaten haben in den vergangenen Jahren organisierte Tierschützer auf die Barrikaden gebracht. Aber auch andere Tiere wie Mäuse oder Hasen werden zu Versuchen herangezogen – nicht nur um Therapien zu erforschen, sondern auch um die Sicherheit von produzierten Medikamenten zu testen.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Forschungsprojekte, die der Frage nachgehen, wie Tierversuche ersetzt werden können. Ein Programm des Landes fördert jetzt Projekte für zwei Jahre mit rund 400 000 Euro. Zwölf Förderanträge wurden eingereicht. Drei der vier ausgewählten Projekte sind in Tübingen angesiedelt, eines an der Universität Hohenheim.

Wirksamkeits-Test von Botulinum-Toxin B: Eine wesentliche Wirkung dieses von Bakterien produzierten Giftes ist die Muskellähmung. Botulinum-Toxin wird als Arzneimittel, vor allem aber auch zu kosmetischen Zwecken eingesetzt (Botox). Die Sicherheit und die Wirkstoffkonzentration der produzierten Produkt-Chargen wird bislang an Mäusen getestet: Ihnen wird das Medikament injiziert. Anschließend wird der Zeitraum gemessen, bis die Atemmuskulatur gelähmt ist und die Mäuse ersticken. Dr. Veit-Simon Eckle von der Tübinger Universitäts-Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin forscht über Alternativen zu diesen Tierversuchen. Ziel ist, die Tests künftig mit Nerven-Muskel-Zellkulturen auszuführen.

Primaten in Experimenten: 60 bis 80 Primaten werden in Tübingen für Tierversuche gehalten. Ihnen wurden Sonden implantiert – für Experimente der Wahrnehmungsforschung. Neben dem Hertie-Institut für klinische Hirnforschung wird auch am Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik mit Affen experimentiert. Dort ist das Forschungsprojekt von Dr. Matthias Jung angesiedelt. Er will ein 3D-Videosystem zur Überwachung von Primaten in Tierversuchseinrichtungen entwickeln. Die Aufzeichnungen sollen automatisiert und computergestützt ausgewertet werden mit dem Ziel, die Haltungsbedingungen dieser Tiere zu verbessern.

Tests mit Leberzellen: Am Institut für unfallmedizinische Forschung der Uni Tübingen entwickelt man ein Modell, um die Giftigkeit von Stoffen, etwa von Medikamenten, mit Hilfe von Leberzellen testen zu können. Bislang wird dies meist an Tieren erprobt. Denn die menschlichen Leberzellen können nur sehr schwer außerhalb des Körpers kultiviert werden: Entnimmt man sie aus ihrer organischen Umgebung, verlieren sie ihre Funktion. Das Team von Prof. Andreas Nüssler entwickelt ein System mit menschlichen Leberzellen in Alginatkapseln. Diese kann man mit anderen organtypischen Kulturen kombinieren. So kann man zum Beispiel prüfen, ob ein Medikament, das in der Leber verstoffwechselt wird, auf andere Organe oder zum Beispiel auf Embryonen giftig wirkt.

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20.01.2014, 12:00 Uhr
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