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Wettbewerb

Konkurrenz unter Nachbarn

Rottweil wie auch Schramberg und Tuttlingen möchten zwischen 2026 und 2030 eine Landesgartenschau ausrichten. Intensiv feilen die drei Städte an ihren Bewerbungen.

09.11.2017
  • PETRA WALHEIM

Stuttgart. Tief im Süden des Landes wird an drei möglichst überzeugenden Bewerbungen gearbeitet. Die Städte Rottweil, Schramberg und Tuttlingen möchten in dem Zeitraum von 2026 bis 2030 eine Landesgartenschau ausrichten. Drei „große“ und zwei „kleine“ Ausstellungen sind in dieser Zeit möglich, theoretisch könnten sich die drei Nachbarstädte abwechseln. Doch erfahrungsgemäß bewerben sich für jede Auswahlrunde 20 bis 25 Kommunen. Die räumliche Nähe stört die drei künftigen Bewerber nicht. An den Konzepten würden sie gemessen, nach denen werde ausgewählt und die wollten sie selbstbewusst vorstellen, heißt es aus den Rathäusern.

Noch ist es ein Arbeitstitel, doch das Motto „Grüne Aussichten: Rottweiler Perlen am Neckar“ lässt darauf schließen, dass in der ältesten Stadt des Landes der Neckar im Mittelpunkt der Schau stehen soll. Der fließt bisher ziemlich unbeachtet an der Stadt vorbei. Bahngleise und ein beträchtlicher Höhenunterschied zur Kernstadt trennen Fluss und Menschen. Für eine Landesgartenschau soll der Fluss erlebbar gemacht werden. Das vom Planungsbüro Planstatt Senner aus Überlingen ausgearbeitete Konzept sieht den Neckar als Bindeglied zwischen Skulpturenpark im Süden und Hofgut Neckarburg im Norden der Stadt vor. Die historische Altstadt soll Kernpunkt der Ausstellung werden.

Ein Ziel ist, den historischen Graben- und Grüngürtel um die historische Innenstadt wieder herzustellen. „Die Landesgartenschau könnte ein Katalysator für die Stadtentwicklung werden“, sagt Bürgermeister Christian Ruf. Die Stadt hätte neben der höchsten Aussichtsplattform Deutschlands auf dem Aufzugs-Testturm von Thyssen-Krupp und der noch zu bauenden Hängebrücke eine weitere Attraktion. Dafür sollen maximal 20 Millionen Euro investiert werden.

Auch in Schramberg soll ein Fluss im Mittelpunkt stehen und als verbindendes Element dienen. Die Schiltach ist als „gestalterisches Rückgrat“ und als blaues Band gedacht. Das grüne Band soll sich von der Kernstadt im Tal zu den Ortsteilen oberhalb von Schramberg ziehen. Eine Fläche bei Sulgen soll zum Landschaftspark werden. „Wir sehen die Landesgartenschau in erster Linie als umfassendes Stadtentwicklungsprojekt“, sagt Rudolf Mager vom Fachbereich Umwelt und Technik im Rathaus. Die Schau soll die Stadt aufwerten und Unternehmen an die Stadt binden.

In Tuttlingen gibt es ebenfalls viele Ideen, die für eine Landesgartenschau umgesetzt werden könnten: Grünflächen entlang der Donau, eine bessere Anbindung des Bahnhofs, eine städtebauliche Aufwertung von Gewerbebrachen und eine bessere und ökologisch wertvolle Verbindung von Wohn- und Gewerbegebieten. „Für unsere Stadt kann dies einen großen Schub geben“, sagt Oberbürgermeister Michael Beck. Die Bewerbung wird von drei Büros bearbeitet. Auch hier ist die Planstatt Senner dabei. Der Schwerpunkt soll im Norden der Stadt liegen, wo vernachlässigte Gewerbegebiete aufgewertet und Bereiche für Arbeit, Freizeit und Erholung geschaffen werden sollen. „Das Ziel ist ein hochwertiges, durchgrüntes Gewerbegebiet“, sagt Pressesprecher Arno Specht.

Frist läuft bis 22. Dezember

Tuttlingen hat 2003 schon eine kleine Gartenschau ausgerichtet. Der damals entstandene Donaupark soll für eine Landesgartenschau den Bereich am Bahnhof und den Norden verbinden. Die Stadt investiert allein in die Bewerbung 90 000 Euro.

Bisher liegen dem Ministerium für den ländlichen Raum keine Bewerbungen vor, sagt Sprecherin Isabel Kling. Doch das Interesse sei groß. Viele Kommunen hätten nachgefragt. Die Frist läuft am 22. Dezember ab. Entschieden wird in der zweiten Hälfte 2018.

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09.11.2017, 06:00 Uhr
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