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Kleiner Hoffnungsschimmer
in Rohingya-Krise
Kinder der Rohingya in einem Flüchtlingslager in Bangladesch. Foto: afp
Flüchtlinge

Kleiner Hoffnungsschimmer in Rohingya-Krise

Die Lage der muslimischen Minderheit in Myanmar bleibt extrem angespannt. Ein teilweiser Truppenrückzug und die Öffnung des Gebiets für Helfer sind aber positive Zeichen.

30.10.2017
  • THOMAS BERGER

Rangun. Mehr als 600 000 Angehörige der muslimischen Minderheit Rohingya in Myanmar sind seit Ausbruch der Gewaltwelle im August über die Grenze ins Nachbarland Bangladesch geflohen. UN-Vertreter hatten das Vorgehen der Armee Myanmars mit Morden an Zivilisten, Vergewaltigungen und dem Niederbrennen ganzer Dörfer als „ethnische Säuberungen“ bezeichnet. Nun gab die Armee bekannt, dass sie ihre Verbände im Distrikt Maungdaw im Rakhine-Staat, bisher Schwerpunkt von Gewalt und Flucht, größtenteils abgezogen habe. Die internationale Gemeinschaft sowie zuletzt US-Außenminister Tillerson hatten den Druck deutlich erhöht hat. Republikaner hatten von möglichen neuen Sanktionen gesprochen.

In den ersten Wochen der Krise hatte der Westen vor allem die politische Führung des Landes unter De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi kritisiert – insbesondere, nachdem die Friedensnobelpreisträgerin in einer Rede zunächst das Vorgehen der Armee eher verteidigt, so gut wie kein Wort zum Leiden der Rohingya verloren, die Minderheit in dieser Form nicht einmal explizit genannt hatte. Inzwischen haben sich die Adressaten der Kritik verschoben: Erste Strafmaßnahmen, die bewusst noch niemand als neue Sanktionen bezeichnet, zielen vornehmlich auf die selbst nach dem Ende der Militärdiktatur noch immer einflussreiche Armeeführung. Suu Kyi, mutmaßte dieser Tage der frühere BBC-Redakteur Larry Jagan, sei extra nicht zur UN-Vollversammlung nach New York gereist, um eine Verhängung des Ausnahmezustands in Rakhine, der der Armee noch größere Freiräume gäbe, zu verhindern. Dazu hätte es in ihrer Abwesenheit kommen können, wenn der vom Militär gestellte erste Vizepräsident Myint Swe das angeordnet hätte.

Erster zaghafter Wiederaufbau

Generell machen Beobachter Bemühungen Suu Kyis aus, das Heft des Handelns wieder in zivile Hände zurückzubekommen. In diesem Sinn wird auch die Wiederaufbauinitiative gesehen, die von ihr persönlich geleitet wird. Umgerechnet 13 Millionen Dollar haben Geschäftsleute inzwischen dafür gesammelt. Mit privatem wie staatlichem Geld sollen zerstörte Häuser wiedererrichtet, das regionale Wirtschaftsleben neu angekurbelt, zusätzliche Jobs geschaffen werden. Der Grenzhandel, meldeten Medien, sei auch schon wieder vorsichtig erwacht. Noch laufe der Warenaustausch aber auf niedrigstem Niveau.

Derweil gab das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen bekannt, dass die UN-Organisation die Nahrungsmittelversorgung in Rakhine wieder aufnehmen könne, nachdem Myanmar die Krisenregion auch für internationale Helfer ebenso wie Journalisten und Diplomaten zunächst gesperrt hatte. Ansonsten ist nur das Rote Kreuz aktiv. Eine äußerst schwierige Mission, wie Peter Maurer, der Chef des Internationen Roten Kreuzes, betonte: „Wir sind, zwei Monate nach Beginn der Krise, noch immer im Nothilfemodus.“

Thomas Berger

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30.10.2017, 06:00 Uhr
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