Polizei

Klarheit nach 18 Jahren

Von AFP

Ein 41-jähriger Mann wird durch Zufall des Mordes an der achtjährigen Johanna aus Hessen im Jahr 1999 überführt.

Klarheit nach 18 Jahren

Auch mit Plakatwänden suchte die Polizei nach Hinweisen auf den Mädchenmörder. Foto: dpa

Gießen. Der Mord an der achtjährigen Johanna bei Alsfeld (Hessen) ist nach 18 Jahren offenbar aufgeklärt. Ein 41-jähriger Mann hat gestanden. Auf seine Spur waren Polizei und Staatsanwaltschaft bei Ermittlungen wegen einer anderen Sexualstraftat gekommen.

Der Mann sei Passanten aufgefallen, als er sexuell motivierte Fesselungsspiele mit einem 14-jährigen Mädchen in einem Maisfeld trieb, sagte Staatsanwalt Thomas Hauburger. Das habe umfangreiche Ermittlungen gegen ihn ausgelöst. Dabei seien die Verbindung zum Mordfall Johanna gefunden worden.

Überwiegend geständig

Laut Hauburger war der Mann gegenüber dem Haftrichter „überwiegend geständig“. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord und besonders schwere sexuelle Nötigung vor. Demnach hatte er das achtjährige Kind am 2. September 1999 in seine Gewalt gebracht, in den Kofferraum seines Wagens gelegt, missbraucht und getötet. Die Leiche legte er in einen Wald, wo sie im April 2000 gefunden wurde.

Dem Staatsanwalt zufolge gibt es neben dem weitgehenden Geständnis auch zwei konkrete Spuren: Fingerabdrücke und Faserspuren stammten vom Verdächtigen. Die an der 14-Jährigen angewandte Technik von Fesselung und Klebeband sei ähnlich der im Fall Johanna.

Der Polizei zufolge war zwar Anfang 2000 bei einer Reihenuntersuchung ein Fingerabdruck des Verdächtigen genommen worden. Da es bei dem Abdruck aber „minimale Abbildungsstörungen“ gegeben habe, habe der Abgleich mit den Tatortspuren keinen Treffer ergeben.

Bei dem Festgenommenen handelt es sich den Ermittlern zufolge um einen vorbestraften, arbeitslosen, ledigen Mann. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung im Februar dieses Jahres als Folge des Missbrauchs der 14-Jährigen in einem Maisfeld bei Nidda sei auch umfangreiches kinderpornografisches Material gefunden worden.


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27.10.2017 - 06:00 Uhr