Kingsman: The Golden Circle

Kingsman: The Golden Circle

Von Lorenzo Zimmer

Im zweiten Teil der knallharten und stylishen Actionserie verbünden sich die britischen Agenten im Kampf gegen das Böse mit Spionen aus den USA.

Kingsman: The Golden Circle

Vor zwei Jahren war er eine Überraschung: „Kingsman - the Secret Service“, Verfilmung des gleichnamigen Comics von Regisseur Matthew Vaughn. Samuel L. Jackson brillierte als psychopathisch-schräger Bösewicht, der mit ferngesteuerten SIM-Karten die Welt bedrohte. Jetzt kommt mit „Kingsman -the Golden Circle“ die Fortsetzung der vielgelobten Agentenkomödie in die Kinos.

In seiner unterhaltsam-schnellen Erzählweise steht der Film seinem Vorgänger in nichts nach. Der manisch-hippe Verbrecher Valentine musste aber der betont verruchten und rothaarigen Roxy (Sophie Cookson) weichen. Besagte Roxy hat nicht alle Latten am Zaun, ihr Hauptquartier in Kambodscha aufgeschlagen und - ihr als Drogenbaronin völlig hörigen - Schläger-Abschaum um sich geschart.

Ein klarer Fall für den geheimen und unabhängigen Nachrichtendienst Kingsman, dessen Mitglieder Eggsy und Merlin sich nicht nur für Recht und Freiheit einsetzen, sondern auch noch verdammt gut angezogen sind. Kein Wunder - agieren die Kingsmen doch unter dem Deckmantel einer Edel-Schneiderei aus dem adretten London. Eggsy ist seit dem letzten Film, in dem er rekrutiert wurde, zu einem echten Gentleman und damit Agenten herangewachsen.

Schon im Trailer des Films wird klar: Eggsy (Taron Egerton) wird Verantwortung übernehmen müssen, denn fast alle anderen Kingsmen werden direkt zu Beginn des Films per Lenkrakete ausgeschaltet. Nur mit Merlin (Mark Strong) an seiner Seite macht sich Eggsy also auf, die rothaarige Roxy aufzuhalten, die damit droht, über ihre Drogen-Vertriebswege alle ihre Konsumenten umzubringen.

Und weil Besoffene oft die besten Ideen haben, schütten sich die beiden Agenten erstmal ordentlich zu. Und stoßen dann völlig zufällig auf ihre amerikanische Partner-Organisation „Statesman“ unter dem Deckmantel einer Whiskey-Brennerei in Kentucky. Überraschung!

Nach einem Streit mit Agent Tequila (Channing Tatum), ob es Whisky oder Whiskey heißt, stürzen sich die beiden Organisationen in den Kampf gegen Roxy. Dabei sind nicht nur der Humor, sondern auch die Kampfszenen, Verfolgungsjagden, Dialoge und Wendungen völlig überzeichnet. Bösewichte, die Menschen verspeisen, Laser-Lassos, überall Geheimgänge, doppelte Böden und vermeintlich tiefere Bedeutungen begleiten den Handlungsstrang. Der, gut geschnitten und modern aufbereitet, seine Zuschauer trotzdem leider gar nicht überraschen kann.

Bewertung Kurzweilige und brutale Agentenkomödie - als Fortsetzung okay, an den ersten Teil kommt sie nicht heran.


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14.09.2017 - 09:48 Uhr