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Keiner weniger

Keiner weniger

Anrührende Geschichte einer jungen Lehrerin im ländlichen China, die einen in die Stadt geflohenen Schüler zurückholen will.

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China

Regie: Zhang Yimou
Mit: Wei Minzhi

- ab 6 Jahren

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06.01.2002
  • Thomas Mauch

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Kaum Aufregung, keine Action: In den Filmen von Zhang Yimou treibt man wie in einem langen ruhigen Fluss. Ohne Hast drängen sie gleichmütig voran. Scheinbar behäbig und doch mit einem gewaltigen Sog.

Eigentlich eine kleine Geschichte erzählt diesmal der Regisseur. Aus dem chinesischen Hinterland. In einem schäbigen Flecken muss die junge Wei Minzhi für einen Monat als Aushilfe den Dorflehrer vertreten, der der gerade mal 13-Jährigen zwei Regeln ans Herz legt. Sparsam solle sie bei ihrem Unterricht mit der Kreide umgehen, die in der armseligen Umgebung bereits einen Reichtum darstellt. Vor allem aber habe sie darauf zu achten, dass auch keiner der Schüler den Klassenverband verlässt.

Diese Regel zwingt Wei Minzhi dann auf eine ähnlich beschwerliche Odyssee wie die anderen großen Frauenfiguren bei Zhang Yimou, die sich in seinen Filmen "Rote Laterne" oder "Die Geschichte der Qiu Ju" gegen das Schicksal stemmen.

Weil einer der Schüler in die Stadt zum Arbeiten abgewandert ist, macht sich die Lehrerin gleichfalls auf den Weg. Bei der Suche nach ihm entwickelt sie einen unbeugsamen Starrsinn, der zum märchenhaften Schluss auch belohnt wird: Alle kehren sie glücklich ins Dorf zurück, an Kreide wird es der Schule nicht mehr fehlen.

Lesen mag sich das wie ein rührseliger Werbespot für ein besseres Schulprogramm. Beim Gucken aber hat die Gemütlichkeit wenig Platz. In unerbittlicher Gemächlichkeit wird die Geschichte erzählt. Spröde, voll unspektakulärer Einfachheit, und sie lässt einen nicht mehr los.

Die Kino-Entsprechung zu Slow-Food: Langsam gucken. Mehr genießen.

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06.01.2002, 12:00 Uhr | geändert: 09.04.2013, 12:00 Uhr

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