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Atommüll

Keine Hinweise auf Terrorgefahr

Kritiker sehen Castor-Fahrten auf dem Neckar als leichtes Ziel für Anschläge. Die Polizei widerspricht.

03.11.2017
  • HANS GEORG FRANK

Heilbronn. Die Polizei hat keinerlei Erkenntnisse über eine terroristische Bedrohung der Castor-Fuhren auf dem Neckar. Vor jedem Einsatz gebe es eine Einschätzung der Lage zusammen mit Bundes- und Landeskriminalamt, mit Bundes- und Landesamt für Verfassungsschutz, erklärte Thomas Berger, Vizepräsident des für den Schutz der Transporte zuständigen Polizeipräsidiums Einsatz mit Sitz in Göppingen, gestern in Heilbronn. „Das ist ein ganz engmaschiges Netz an Informationen“, sagte Berger. Er verwies auch darauf, dass sich Terroristen eher Ziele suchten, „die kaum polizeilich zu schützen sind“.

Berger reagierte mit dieser Erklärung auf den Vorwurf des Aktionsbündnisses „Castor-Widerstand Neckarwestheim“, wonach die Gefahr durch einen militanten Angriff nicht genügend im Konzept der Polizei berücksichtigt sei. Die mit Atommüll befüllten Castoren, behaupten die Aktivisten, könnten „von Kriminellen, Attentätern und Staaten mit relativ leicht beschaffbaren Waffen zerstört werden“.

Die Polizei geht allerdings davon aus, dass die Behälter an sich wegen der hohen Sicherheitsanforderungen gar nicht geschützt werden müssten. Die Polizei habe dann einzuschreiten, „wenn das Recht des Transporteurs eingeschränkt wird“, betonte Berger. Dabei sei das Grundrecht auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit zu beachten. „Es ist in Deutschland nicht verboten, sich aus Protest an eine Brücke zu ketten“, sagte Berger in Anspielung auf eine entsprechende Aktion während des dritten Transports. Das Interventionskonzept sei ausgerichtet „am Wahrscheinlichen, nicht am Denkbaren“.

Der AKW-Betreiber ENBW hat von 15 Behältern mit insgesamt 342 radioaktiven Brennelementen bereits neun ohne nennenswerte Probleme ins Zwischenlager nach Neckarwestheim gebracht. Mit jeder Fahrt werden drei Castoren befördert. Wann die restlichen sechs Castoren, verteilt auf zwei Touren, von Obrigheim nach Neckarwestheim gebracht werden, wird geheim gehalten. ENBW-Manager Jörg Michels und Vizepräsident Berger sagten nur übereinstimmend: „Wir hoffen, dass wir es dieses Jahr noch zu Ende bringen.“

Die Aktivisten vermuten, dass der nächste Transport per Schiff am kommenden Mittwoch folgen wird. Sicherheitskreise rechnen offenbar damit, dass die Gegner mit einer spektakulären Aktion beweisen wollen, welch leichtes Ziel das Spezialschiff mit seinem hochgefährlichen Inhalt bietet. Hans Georg Frank

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03.11.2017, 06:00 Uhr
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