Soziales

Karlsruhe plant Drogenkonsum-Raum

Von ROLAND MUSCHEL

Abhängige sollen Stoff unter hygienischen Bedingungen einnehmen können.

Stuttgart. Als erste Stadt in Baden-Württemberg plant Karlsruhe die Einrichtung eines Drogenkonsum-Raums. Süchtige sollen dort selbst mitgebrachte Substanzen wie Kokain oder Heroin unter hygienischen Bedingungen einnehmen können. Ziel sei es, Überdosierungen und Infektionen zu vermeiden, aber auch, den öffentlichen Raum zu entlasten, heißt es in einem Konzept, das der Gemeinderat nächste Woche berät.

OB Frank Mentrup (SPD) hat sich bereits mit der Bitte ans Land gewandt, die „dafür erforderliche Rechtsverordnung“ zu erstellen. Sozialminister Manne Lucha (Grüne) unterstützt die Pläne, die eine Ausstiegsberatung und medizinische Betreuung umfassen. „Der erste Kampf gilt der Suchtprävention. Aber wir wollen diejenigen, die süchtig sind, nicht sich selbst überlassen“, sagte ein Ministeriumssprecher dieser Zeitung.

Bislang haben sechs Bundesländer von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, per Rechtsverordnung den Betrieb solcher Räume zu ermöglichen. Ob Baden-Württemberg dem Beispiel von Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland folgt, hängt nun an Innenminister Thomas Strobl und an Justizminister Guido Wolf: Den Häusern der beiden CDU-Politiker liegt seit Dienstagabend ein Entwurf des Sozialministers vor, der Drogenkonsum-Räume erlauben würde. Man werde den Entwurf sorgfältig fachlich prüfen, teilten beide CDU-Ministerien mit. Roland Muschel


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09.11.2017 - 06:00 Uhr