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Bad Boy Palmer

Juchtenkäfer gefährdet Flüchtlingsunterkunft

Der Bau der Flüchtlingsunterkunft an der Europastraße könnte sich verzögern, weil dort der Juchtenkäfer gefunden wurde. Dann, so Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer, schaffe die Stadt es aber wahrscheinlich nicht, die Flüchtlinge unterzubringen, die der Landkreis der Stadt dieses Jahr zuweise.

15.02.2016
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Tübingen. An drei Standorten sollen bis zum Herbst Flüchtlingsunterkünfte gebaut werden: hinter der Reithalle auf Waldhäuser Ost, auf dem ehemaligen Sidler-Areal (dort baut die GWG) – sowie an der Europastraße neben den Obdachlosenbaracken. Dort habe man aber festgestellt, dass an drei morschen Bäumen der Juchtenkäfer siedle. „Wenn wir es nicht schaffen, das Wohnheim um die Bäume rumzubauen, ist das Projekt zwei Jahre erledigt“, sagt Palmer in einem am Samstag veröffentlichten Interview im „Spiegel“.

Zwischen den Bahngleisen und der Europastraße sollen bis zum Herbst drei zwei- bis dreigeschossige Gebäude für rund 60 Bewohner entstehen. „Diesen Standort brauchen wir unbedingt im Sommer, sonst ist die Zuweisung des Landkreises nicht mehr zu schaffen“, so Palmer gegenüber dem TAGBLATT.

In dem „Spiegel“-Interview hatte Palmer erneut gefordert, die EU-Außengrenzen stärker zu sichern. Man müsse die „unkontrollierte Einwanderung beenden“. Die Mehrheit der Asylanträge werde immer noch abgelehnt. „Diese Menschen haben keinen Anspruch eingelassen zu werden.“ Palmer forderte stattdessen ein Zuwanderungsgesetz. Man könne nicht alle, die in Armut leben, aufnehmen. „Es sind nicht die Zeiten für Pippi-Langstrumpf- oder Ponyhof-Politik.“ Für Flüchtlinge müsse es Kontingente geben. Diese sollen auf sicherem Weg nach Europa gebracht werden. Die „Botschaft nach draußen muss sein: Ihr macht euch nicht allein auf den Weg über die Grenze.“

Die Akzeptanz gegenüber Flüchtlingsunterbringung schwinde auch in Tübingen. Seit den Übergriffen in Köln kämen selbst grüne Professoren zu ihm und sorgten sich, ob ihre blonden Töchter noch sicher seien, „wenn 60 arabische Männer in 200 Meter Entfernung wohnen“. Vorwürfen der Grünen Jugend, er habe die Rhetorik eines AfD-Politikers, hielt Palmer entgegen, das sei Blödsinn. Aber er mache gerne den „Bad Boy“, wenn es die Debatte weiterbringe.

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15.02.2016, 01:00 Uhr
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