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Je veux voir

In der Doku-Fiktion bewegt sich die Kino-Ikone Catherine Deneuve auf ungewohntem Terrain: Libanon nach dem Krieg.

In der Doku-Fiktion bewegt sich die Kino-Ikone Catherine Deneuve auf ungewohntem Terrain: Libanon nach dem Krieg.

Frankreich

Regie: Joana Hadjithomas und Khalil Joreige
Mit: Catherine Deneuve

- ab 0 Jahren

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23.11.2015
  • Dorothee Hermann

Filmtage-Gast Joana Hadjithomas versetzt Catherine Deneuve in den Libanon

Zwei Jahre nach dem Krieg im Juli 2006 ist Beirut eine vibrierende Metropole. Außenstehenden erschließt sich nicht so leicht, welche Spuren dieser Krieg hinterlassen hat, und welche Zerstörungen von früheren gewaltsamen Konflikten herrühren. „Irreal“ findet Catherine Deneuve das Land, das sie in den letzten Jahren nur von Fernsehbildern kennt. Sie trägt einen praktischen Hosenanzug und sieht aus, als wäre sie bereit, es mit allem aufzunehmen.

Sie wirkt nicht wie eine Diva, sondern eher wie eine professionelle Beobachterin, sie könnte Diplomatin sein oder UN-Vertreterin. Sogar ihre Stimme scheint ein wenig rauer zu klingen. Ja, sie will mit dem libanesischen Schauspieler Rabih Mroué in den Südlibanon fahren. Es gibt dort Minenfelder. Man muss ständig Durchfahrt- und Drehgenehmigungen einholen, bei den UN-Blauhelmen, der Hizbollah oder dem Staat Israel für das unmittelbare Grenzgebiet.

„Sie werden nichts sehen. Sie bauen schon wieder auf. Man sieht nur, was man sich vorstellt“, warnt Mroué und verweist damit zugleich die paradoxe Machart des Films, der die Spuren des Krieges nicht herausstellt. Umso unvermittelter trifft einen der Anblick der Schnellstraßentrasse, deren Reste zwischen den Häuserblocks von Beirut ins Leere ragen. „Wir wollten herausfinden, was das Kino den spektakulären Kriegsbildern im Fernsehen entgegensetzen könnte“, sagt die Regisseurin, geboren 1969 in Beirut. „Je veux voir“ drehte sie gemeinsam mit Khalil Joreige. „Wie reagiert das Kino in einem Land, in dem die Fiktion eigentlich keinen Platz mehr hat?“ So übermächtig sei die Realität geworden.

Die Skelette der Häuser heißen Ruinen. In seinem Heimatdorf Bint El Jbeil im Südlibanon findet Mroué in der früher vertrauten Straße nur noch einen riesigen Schutthaufen, in dem er nicht mehr ausmachen kann, wo das Haus seiner Großmutter war. Deneuve reagiert mit einem Blick und einem knappen „Alors?“. Sie signalisiert die vorsichtige Empathie der Großstädterin, die dem Gegenüber ihr Mitgefühl nicht aufdrängt. Mroué ist in seinem Land ein bekannter (Theater-)Schauspieler. Vor den Dreharbeiten kannten sich die beiden nicht. „Es gab kein Drehbuch und keine Gage. Das hat Deneuve akzeptiert.“

„Sie ist ein sehr großer Star. Sie versteht es, immer eine gewisse Distanz zu den Dingen zu halten“, sagt Hadjithomas. Nur manchmal durchbricht etwas diese Reserve, diese Professionalität: Als ein Tiefflieger direkt auf das Auto herabzustoßen scheint, in dem sie sitzt. Als er die Schallmauer durchbricht, klingt es wie ein gezielter Beschuss. „Er macht nur Fotos“, kommentiert Mroué die Schein-Attacke. Die Regisseurin bestätigt erst auf Nachfragen, dass es sich um ein israelisches Militärflugzeug handelte. „Inzwischen machen sie das nicht mehr.“

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23.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 21.07.2009, 12:00 Uhr

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I like that comment "Denzel Washington redet einfach zu viel"! Das bringt das Problem mit diesem Schauspieler auf einen Punkt. Die Filme, die er macht, hören sich spannend an, sind aber stinklangweilig und viel zu lang und außerdem redet der Denzel die ganze Zeit. Ich habe den Film gesehen mit dem Zug, der sich selbstständig macht (gähnend langweilig), mit dem Piloten, der alkoholisiert fliegt (nach dem Film haben wir uns dumm angeschaut und uns gefragt, wer die blöde Idee hatte, in diesen Film zu gehen). Diesen Film werde ich mir NICHT anschauen, der wirkt schon so holzschnitzartig, dass mir der Trailer reicht. Außerdem finde ich blöd, dass Denzel Washington als privelegierter Mensch das Rassissmusproblem immer unter den Teppich kehrt, nach dem Motto: Leute werden immer und überall benachteiligt, da braucht sich keiner so anzustellen..
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