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Interview: Hans Peter Müller-Angstenberger geht in sein 16. Jahr als Trainer des TV Rottenburg
Hans Peter Müller-Angstenberger. Bild: Ulmer
„Da hat mich meine Frau schier gekillt“

Interview: Hans Peter Müller-Angstenberger geht in sein 16. Jahr als Trainer des TV Rottenburg

Am 14. Oktober beginnt für den TV Rottenburg die Bundesliga-Saison. Mit Hans Peter Müller-Angstenberger als Trainer – wie schon in den vergangenen 15 Jahren. Der 45-Jährige ist seit dieser Woche zurück aus dem Urlaub – und spricht im TAGBLATT-Interview über Erholung, Scouting und Österreich.

16.08.2017
  • Tobias Zug

TAGBLATT: Herr Müller-Angstenberger, haben Sie den Kopf schon wieder frei für Volleyball?

Hans Peter Müller-Angstenberger: Ja, absolut. Die zwei Wochen waren super erholsam, da hatte ich keinen Kopf für Volleyball. Was aber auch der Tatsache geschuldet war, dass alles stand: der Kader, die Testspiele, das Teambuilding. So dass man mal Urlaub machen konnte, ohne sich Gedanken machen zu müssen. Es gab auch schon Zeiten, da war noch vieles offen, stand der Kader noch nicht fest.

Das heißt, Sie hatten schon Urlaube, an denen Sie nicht abschalten konnten?

Früher, ja klar! In einer Saison – das war zu Manager Jörg Papenheims Zeiten – waren wir in Frankreich, da mussten noch zwei Spieler verpflichtet werden. Da hat mich meine Frau schier gekillt, weil ich im Internet recherchieren und Videos gucken musste, Manager, Co-Trainer Oliver Heiming und ich im Urlaub miteinander konferierten. Da ging es schon an den häuslichen Frieden.

In Markus Weiß hat der TVR sogar einen neuen Scout verpflichtet.

Da sind wir froh, dass wir hier eine solche Kompetenz bekommen haben, der für uns unter anderem das Scouting von jungen Spielern übernimmt, die für uns in Frage kommen. Hinzu kommt, dass er bei fast allen Auswärtsspielen mit dabei ist.

Wie lief bisher die Beobachtung von potenziellen Zugängen ab?

Erst einmal sind wir grundsätzlich an jungen deutschen Spielern interessiert. Über diese verschaffe ich mir immer einen großen Überblick. Ich bin bei Deutschen Meisterschaften oder Bundespokalspielen, gucke mir dort die Talente an. Dann stehen die auf meinem Zettel, dann weiß ich auch, wen ich da anrufen muss, bei wem ich mich erkundigen kann, um weitere Informationen zu bekommen.

Hauptsächlich kommen diese Spieler vom VCO Berlin.

Dort haben wir mit unserem Ex-Manager Jörg Papenheim und Trainer Johan Verstappen einen sehr guten und engen Kontakt. Aber auch mit Trainer Adrian Pfleghar vom Bundesstützpunkt. Das ist das eine Feld.

Das andere?

Das sind die arrivierteren deutschen Spieler, die schon angekommen sind. Die kennt man ja ohnehin, da weiß man, was man kriegt. Am Ende des Tages, wenn alle diese Dinge scheitern, dann orientieren wir uns am internationalen Markt – aber das ist der Unterschied zu anderen Klubs: Die orientieren sich zuerst am internationalen Markt.

Ins Konzept, hauptsächlich auf junge, deutsche Spieler mit Perspektive zu setzen, passt der 37-jährige Brasilianer Idner Martins auf den ersten Blick aber nicht.

Der passt deswegen so gut, weil er einfach ein unglaubliches Talent darin besitzt, junge Leute an die Hand zu nehmen. Der junge Leute motivieren kann, mehr zu trainieren. Das wusste ich schon immer, deshalb bin ich schon seit drei Jahren hinter ihm her. Er kann jungen Leuten was weiter geben, weil er ein Weltklassespieler war. Auf seine Art ist er einer, der pädagogisch und vermittelnd wirken kann.

Wie scouten und verpflichten Sie ausländische Spieler?

Das läuft über Spielervermittler. Da gibt’s welche, die sehr gute Qualität liefern in der Aufbereitung ihrer Materialien. Ein Highlight-Video zum Beispiel bringt mir ja nichts: Da liefern manche tolle Aktionen, untermalt mit schöner Musik – das ist ja Quatsch! Ich brauche gut aufbereitetes Material, wo ich anschauen kann, was ich will. Mit solchen Vermittlern arbeite ich dann gerne zusammen. Und das war auch dieses Jahr der Fall: Wir mussten ja breit fahren. An Sebastian Schwarz waren wir dran, wie ihr vom TAGBLATT ja recherchiert hattet, und am „Idi“. Das waren unsere zwei Prioritäten.

In der Liga spielt erstmals ein Team in Österreich, die Alpen Volleys Haching, die eine Wildcard erhielten. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Ich sehe das zwiespältig. Es war klar, dass es ein Medienecho geben wird, das ist vielleicht auch interessant. Aber was passiert, wenn eine österreichische Mannschaft Deutscher Meister wird? Rufen da dann auch alle noch „juchu“? Vielleicht ist es aber auch angesagt, im Sinne von Europa so etwas zu tun. Aber ich glaube, dass es im Sport auch um Identifikation geht und wir den Bogen nicht zu weit spannen dürfen. Aber eigentlich ist es ein Armutszeugnis, dass die Deutsche Volleyball-Bundesliga nicht fähig ist, die Liga angemessen zu bestücken durch Aufsteiger. Da leiden Mannschaften wie wir zunehmend. Da steigt Innsbruck ein mit einem frappierend höheren Etat als wir und spielt um Platz 1 bis 3 mit. Wir kommen langsam an einen Punkt, da stellt sich für uns die sportliche Frage. Der TV Rottenburg macht seit 11 Jahren seine Hausaufgaben, hält dafür sein Spielerbudget klein – wir sind in der Liga der Klub, der für den Bereich Spieler am wenigsten zur Verfügung hat.

Aber was soll die LIga machen? Wegen des Masterplans und der Lizenzauflagen können sich manche potenzielle Aufsteiger die 1. Bundesliga nicht leisten. Wenn diese keine Auflagen hätten, würden sie wohl unbegrenzt in kostspielige Spieler investieren.

Richtig, da kann die Liga nichts dafür. Aber vielleicht muss man sich Gedanken machen um ein Budget für Spieler, der begrenzt werden soll. Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass der Masterplan schon richtig ist. Ich finde aber auch, dass sich auf der anderen Ebene etwas bewegen muss, ein Konzept für Sponsoring und Medien, das greift, muss her! Andere Verbände und Sportarten sind da anders nach vorne gegangen.

Zum Beispiel?

Basketball. Anfang 2000 lagen die noch bei allen Zahlen hinter dem Volleyball.

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16.08.2017, 01:00 Uhr
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