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Interview

Integration als große Herausforderung für Tübinger Vereine

Seit 50 Jahren vertritt der Tübinger Stadtverband für Sport die Interessen der Vereine. „Uns geht es nicht nur um höher, schneller, weiter, sondern auch um das solidarische Füreinander und Miteinander im Sport“, sagt der Vorsitzende Detlef Reeg im TAGBLATT-Interview.

26.09.2009

TAGBLATT: Herr Reeg, wozu ist der Tübinger Stadtverband für Sport eigentlich da?

Detlef Reeg: Von den Gründervätern bis zu den jetzigen Verantwortlichen ist man immer der Meinung gewesen, dass man die Interessen der verschiedenen Vereine und Sportarten bündeln muss, um sich bei der Stadtverwaltung, gegenüber dem Gemeinderat und in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen. Es geht um kommunale Sportförderung, vom Sportstättenbau bis zu den Fahrtkostenzuschüssen und der Leistungsförderung nach den Richtlinien des Gemeinderats. Diese Richtlinien sind im Wesentlichen seit 1995 unverändert. Die innovative Sportförderung ist dazugekommen: Seit zwei Jahren werden neue Initiativen von Vereinen mit insgesamt 25 000 Euro zusätzlich gefördert. Hierzu ist ein Antrag der Vereine notwendig, über den dann der Stadtverband entscheidet, was letztlich ausschließlich aufgrund der einmaligen Spende der Firma Paul Horn samt Zinsen möglich ist.

Ist der Verband noch zeitgemäß?

Er ist so lange zeitgemäß, wie die Sportvereine zeitgemäß sind. Uns geht es nicht nur um höher, schneller, weiter, sondern auch um das solidarische Füreinander und Miteinander im Sport. Es geht zum Beispiel gemeinsam um die Integration aller in diese Gesellschaft, nicht nur der ausländischen Mitbürger. Diese Aufgabe gehört zu den ganz großen Herausforderungen für die Vereine. Wenn der Stadtverband da Hilfestellung leisten und neue Konzepte aufzeigen kann, ist er noch zeitgemäß – solange die Vereine das wollen.

Wollen die Vereine das noch?

Das ist unterschiedlich und hängt vom Grad der Betroffenheit ab. Als es vor zwei Jahren um die künftige Parkraumbewirtschaftung beim Freibad ging, haben alle Fraktionen aufmerksam registriert, wie wir die Anliegen der Vereine vorgetragen und moderiert haben. Es folgte ein fruchtbares Gespräch mit OB Boris Palmer und Bürgermeister Michael Lucke – letztlich wurden die Beschlüsse revidiert und die künftigen Parkgebühren beim Freibad und für das Gelände von TSG, SV 03 und LAV Tübingen deutlich gesenkt.

Was waren die größten Erfolge des Stadtverbands?

Das waren drei Problemfelder. Erstens die Aktion „Sportler wählen Sportler“ 1989, als auf allen Listen für den Gemeinderat Sportkandidaten aufgestellt wurden. Die Parteien nahmen Sport erstmals als Problemfeld wahr, der Sport bekam einen höheren Stellenwert. Dann in den 90er Jahren die Diskussionen um die Hallenmieten, die dazu führten, dass die Vereine im Februar 1997 eine Woche lang gestreikt haben. Die Hallen blieben geschlossen und dunkel. Diesen Konfrontationskurs von 65 Mitgliedsvereinen hat uns keiner zugetraut. Danach blieben Übungsstunden für Kinder und Jugendliche von Hallenmieten befreit, auch der gesamte nicht-kommerzielle Sportbetrieb am Wochenende.

…und der dritte Erfolg?

…der dritte Erfolg war unser Engagement für die Großsporthalle. Nach dem Scheitern der Projekte im Schleifmühlenweg und der TSG-Halle ist es dann mit der Tü-Arena etwas geworden. Gerade Jurij Suchowerskyj hat sich in seinen 20 Jahren als Vorsitzender enorm engagiert. Er hat wesentlich zum Erfolg der drei genannten Punkte beigetragen, es waren seine Ideen, seine Initiativen, sein Engagement. Wenn wir ihn nun als Ehrenvorsitzenden auszeichnen, ist das unsere Möglichkeit, ihm dafür zu danken.

Wie sehen Sie die Zukunft des Stadtverbands für Sport?

Wenn wir die Finanzkrise und deren Folgen auf uns zukommen sehen, müssen wir aufpassen, dass wir nicht mit unserem Anliegen der Sportförderung gänzlich an den Rand gedrängt werden. Nur ein Beispiel: Die Grundförderung, die seit 1995 im wesentlichen unverändert blieb, sollte moderat erhöht werden. Die Vereine erhalten bisher pro Kind oder Jugendlichen bis 18 Jahre 10,50 Euro im Jahr. Insgesamt sind das immerhin über 70 000 Euro pro Jahr, die Stadt leistet da durchaus etwas. Aber nun möchten wir uns um eine Erhöhung dieser Zuschüsse, um eine moderate Angleichung an die allgemeine Preisentwicklung der letzten Jahre bemühen. Generell gilt: So lange die Vereine den Stadtverband brauchen, hat er auch eine Zukunft.

Fragen von Thomas de Marco Der Stadtverband für Sport feiert Jubiläum

Der Tübinger Stadtverband für Sport feiert seinen 50. Jahrestag der Wiedergründung am Samstag (10.30 Uhr) im VIP-Bereich der Paul-Horn-Arena. Grußworte sprechen Tübingens Bürgermeister Michael Lucke und Klaus Tappeser, der Präsident des Württembergischen Landessport-Bunds. Die Festrede hält Professor Hartmut Gabler. Jurij Suchowerskyj, der bis 2007 über 20 Jahre lang Vorsitzender des Stadtverbands war, wird beim öffentlichen Festakt zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

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26.09.2009, 12:00 Uhr
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