Glosse

Immer neue Ängste

Von Guido Bohsem

Mit der Angst ist es so eine Sache. Manch einer geht ins Kino und schaut sich „Es“ an, um sich vor einem unheimlichen Clown zu fürchten. Für andere ist die Angst ein ernstes Problem, auch wenn der Gegenstand der Angst mitunter komisch anmutet.

Immer neue Ängste

Das Emoji für Angst und Entsetzen. Noch keinen Namen hat die Angst davor, das falsche Emoji verwendet zu haben. Foto: ©Petrovic Igor/Shutterstock.com

So gibt es die Nomophobie – die Angst, ohne Smartphone unterwegs zu sein („No-Mobile-Phobia“). Eng verwandt ist die Sorge, keinen Internet-Empfang zu haben. Wer darunter leidet, darf sich Fobophobiker nennen.

Noch keinen Namen hat die Wissenschaft den Ängsten und Sorgen verliehen, die vor allem diejenigen umtreiben, die bei der Bundestagswahl AfD gewählt haben. Immerhin: Therapeuten gibt es schon massenhaft. Alle Vertreter aller Parteien haben bereits mehrfach verkündet, man werde „die Ängste dieser Menschen ernst nehmen“.

Nun zeigt gerade das Wahlergebnis, dass es offenbar nicht so leicht zu erkennen ist, welche Ängste das nun ganz genau sind. Das Internet (wenn es denn da ist) bietet Hilfe. Auf www.phobien.ndesign.de kann man sich aus ganz vielen Ängsten die passende aussuchen.

Und dann ist da noch Horst Seehofer. „Ich habe keinen Bammel vor den nächsten Wochen“, beteuert der angeschlagene CSU-Chef, dessen schnaufendes Lachen wiederum an einen unheimlichen Clown erinnert. Aber vielleicht nimmt Seehofer seine Ängste auch einfach nicht ernst genug.


Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

(c) Alle Artikel und sonstigen Inhalte der Website sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.


06.10.2017 - 06:00 Uhr