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Bastler

Im Zügle dampft der Kessel

Der Wannweiler Jürgen Fischer präsentiert in der Vorweihnachtszeit staunenden Nachbarskindern seine S-Klasse-Modelleisenbahn.

03.12.2016
  • Matthias Reichert

Jürgen Fischer drückt einen Knopf und dreht einen Regler. Schnurrend setzen sich die fünf Modelleisenbahnen nacheinander in Bewegung. Aus den Kesseln der Lokomotiven dampft es – dank eines speziellen Öls. Die Züge rattern durch eine etwa zehn Quadratmeter große Fantasielandschaft. Im Hintergrund ragen Berge empor, eine Seilbahn fährt hinauf und hinunter. Nachbarjunge David schaut staunend zu. Seine Augen leuchten mit denen des Modellbahnbauers um die Wette.

Fischer hat einst als 16-Jähriger die erste Modellbahn-Anlage von der Mutter geschenkt bekommen. Diese Loks dampfen, wenn auch digital umgerüstet, noch heute. LED-Leuchten blinken, wenn sie fahren. Später verschwand die Anlage auf dem Speicher, weil der Platz dafür fehlte. Doch vor neun Jahren besuchte Fischer mit seinem damals neunjährigen Sohn eine Schauanlage am Schluchsee und kaufte dort ein Märklin-Starterset – der Grundstock für die heutige Anlage.

Leiter liefern den Strom, die Züge umrunden die Landschaft auf drei Schienen. Der 53-jährige Fischer ist von Beruf Software-Entwickler. Weichen, Züge und Signale werden nun mit einer Digitalzentrale gesteuert. „Das ist ein großer Stromkreis“, sagt der Modellbahnbauer. Rote Leuchtsignale auf dem Schaltpult zeigen an, wo sich die einzelnen Züge gerade befinden. Ein Computer reguliert das Licht im Raum, so werden Tag und Nacht simuliert. „Die Software habe ich selbst geschrieben. Das hat einen Samstagvormittag gedauert.“ Später sollen noch Sterne an der Decke über der Eisenbahn erscheinen.

Fischer ist gebürtiger Reutlinger, sein Opa war Bahnhofsvorsteher in der Gegend, damals bei der Reichsbahn. Seit 1993 lebt Fischer nun mit Familie in Wannweil. Der Modellbahnkeller kam in den später errichteten Anbau, der ihm ursprünglich als Arbeitszimmer gedient hatte.

Seine Modellfahrzeuge besorgt sich Fischer bundesweit, nicht nur bei Händlern in der Gegend. „Meine neueste Lok habe ich in Bremerhaven gekauft“, erzählt der Bastler. „Das ist ein teures Hobby“ – in das er schon den ungefähren Gegenwert eines neuen Autos investiert habe.

Die Anlage ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet. In einem Lokschuppen lauschen Plastikfiguren einem Konzert, vom Band ertönt das Schlusslied aus dem Musical „Tanz der Vampire“. Fischer rüstet derzeit Modellautos mit Antrieben aus, die über einen Draht im Tisch mit Strom versorgt werden und später einmal neben den Zügen herfahren. Auch der Zeppelin, der im Hintergrund hängt, soll sich noch in Bewegung setzen. Nebenbei bastelt Fischer an einer neuen Digitalzentrale für seine Anlage.

Wie kommt es, dass der Keller jetzt öffentlich zugänglich ist? Voriges Jahr hat Fischer seinen Keller bei den Wannweiler „Adventsfenstern“ erstmals zur Besichtigung geöffnet, damals kamen rund 150 staunende Besucher. Zuvor hatte der Wannweiler ein paar Jahre lang auf dem örtlichen Weihnachtsmarkt zum Wettbewerb der Modellbauer geladen.

Wie viel Zeit er in seinem Eisenbahnkeller verbringt, kann Fischer nur schwer sagen. Die letzten Reparaturen, bevor die vorweihnachtlichen Vorführungen begannen, hätten schon einige Zeit geschluckt. Aber besonders in heißen Sommern sei es angenehm kühl im Keller, erzählt er.

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03.12.2016, 01:00 Uhr

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