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Im Schwitzkasten

Die Sauna als Zuflucht der Hartz-Geschädigten. Hübsche Idee, starke Schauspieler.

Die Sauna als Zuflucht der Hartz-Geschädigten. Hübsche Idee, starke Schauspieler.

IM SCHWITZKASTEN
Deutschland

Regie: Eoin Moore
Mit: Christiane Paul, Charly Hübner, Andreas Schmidt, Edgar Selge, Steffi Kühnert, Laura Tonke

- ab 0 Jahren

Tagblatt-Wertung

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24.11.2015
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In der Sauna ist der Mensch bekanntlich nackt und ehrlich. Insofern muss man sich ein bisschen wundern, dass dieser Hotspot nicht viel öfter als Knotenpunkt von Alltags-Begebenheiten zu Kinoehren gelangt, wie jetzt in diesem kleinen, sympathischen Ensemblefilm des Berliner Regisseurs Eoin Moore.

Schauplatz ist eine schon recht marode Schwitzbude, in der sich jeden Donnerstag Stammgäste aus der Unterschicht des Viertels zum legendären Gebirgslatschenkiefern-Aufguss treffen. Arbeitslose, Alkoholiker, Ich-Aktionäre und Alleinerziehende klagen sich im Schweiß des Angesichts gegenseitig ihr Leid, spinnen Wunschträume oder knüpfen auch schon mal in aller Heimlichkeit zarte Bande. Aus dem Proll-Rahmen fällt einzig der Abgeordneten-Gatte Norbert (Edgar Selge), der unbeirrt von den Debakeln um ihn herum, das Hohelied der Leistung, die sich wieder lohne, singt.

Wer da ein sprödes Sozialdrama trapsen hört, liegt jedoch falsch. Ohne sich über die kleinen Lebensdramen über Gebühr lustig zu machen, kitzeln Moore und sein Team vor allem deren komische und tragikomische Seiten heraus. Im Tonfall, und weil die Geschichte(n) und Figuren von den Schauspielern selbst entwickelt wurden, erinnert das an Andreas Dresens „Halbe Treppe“, dessen emotionale Intensität „Im Schwitzkasten“ jedoch nur selten erreicht.

Hier bleibt alles ein bisschen im Harmlosen und Unverbindlichen hängen, doch das souveräne Kleinstar-Ensemble (unter anderen Christiane Paul, Laura Tonke, Andreas Schmidt aus „Sommer vorm Balkon“) und der reizvolle Ort des Geschehens halten diese Sozialkomödie bis zum versöhnlichen Ende bei angenehmer Temperatur.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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25.04.2006

12:00 Uhr

Hubsi schrieb:

Netter Film über Normalos mit ganz witzigen Problemen.Nicht überragend, aber ehrlich!



 
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...  Der verschlungene Weg der suggestiven Ideen musste irgendwann auch bei der Angstvorstellung ankommen, dass sich schon ein Gedanke, eine Idee, einmal „eingepflanzt“, als leibhaftiges Monster manifestiert und innen und außen verschwinden. "The Bye Bye Man" geht diesen letzten Schritt mit erschreckender Konsequenz und überaus geschickter Dramaturgie: Während wir noch in der ersten Hälfte drei Jungakademiker beim Einrichten in ihrem neuen alten Haus beobachten dürfen (superbe Weitwinkelaufnahmen von immer irgendwie „falschen“ Räumen), geht es im zweiten Teil per Express ins Unterbewusste, wo der Bye Bye Man sich eingenistet hat. Und nun verändert sich auch die Wirklichkeit in einem Maße, dass ein Aufenthalt auf einem unbeschrankten Bahnübergang noch eine Erholung darstellt. "The Bye Bye Man" steht in einer kleinen, aber feinen ehrwürdigen Tradition von Horrorfilmen, die mit dem bloßen Erwähnen eines Namens und dem damit verbunden Schrecken spielen. ...
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