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Altenpflegerin

Im Heim ist es wie in einer Familie

In dem Beruf sind die unterschiedlichsten Talente gefragt. Die 25-jährige Inssaf Zahouani aus Wannweil hat schon vor Abschluss ihrer Ausbildung eine Übernahme sicher.

22.11.2016
  • Miri Watson

Nicht nur „Popo abputzen“: Die angehende Altenpflegerin Inssaf Zahouani aus Wannweil hat schon vor Ausbildungsende eine Übernahmezusage und ist überzeugt von ihrem Job.

Wer den richtigen Job hat, so heißt es, muss nie mehr arbeiten. Genau den Job zu finden, der auch wirklich zu einem passt, ist aber gar nicht so einfach. Inssaf Zahouani ist das gelungen: Die 25-Jährige ist aktuell im letzten Jahr ihrer Ausbildung zur Altenpflegerin und hat schon jetzt die Zusage, dass sie nach ihrem Abschluss übernommen wird.

„Für mich ist es wichtig, mich sozial zu engagieren und anderen Menschen zu helfen“, sagt Zahouani, die ursprünglich als Krankenpflegerin arbeiten wollte. In die Altenhilfe ist sie eher durch Zufall gekommen: Nach dem Hauptschulabschluss machte Zahouani verschiedene Praktika in Kliniken und in der Behindertenhilfe und ein Freiwilliges Soziales Jahr im Krankenhaus.

Auch über den Tod sprechen

Da ihre Schwester bereits in der Küche des Seniorenzentrums „Haus in der Dorfmitte“ in Wannweil arbeitete, bewarb sie sich auch hier für ein Praktikum. „Ich lebe zwar schon seit zwölf Jahren in Wannweil, von dem Altenheim hier habe ich aber erst durch meine Schwester erfahren“, so die Auszubildende.

Jetzt ist sie glücklich mit ihrer Entscheidung für die Altenhilfe: „Hier im Heim ist es wie in einer Familie. Man lernt die Bewohner kennen, während die Patienten im Krankenhaus meist nach wenigen Tagen wieder entlassen werden“, sagt Zahouani.

Ein anderer Aspekt ihres Jobs, den sie immer wieder betont, ist die Vielfalt: „Viele denken, die Arbeit in der Pflege sei nur Popo abputzen“, so die junge Altenpflegerin. In Wahrheit seien aber unterschiedlichste Talente gefragt: Neben den klassischen Pflegetätigkeiten müssen Altenpfleger/innen auch Spritzen verabreichen und den Blutzucker messen können. Außerdem werten die Seniorenbetreuer/innen auch verschiedene Daten zum Gesundheitszustand der Bewohner/innen am Computer aus, etwa welche Maßnahmen gegen Stürze helfen und wie künftig noch besser gegen Stürze vorgegangen werden kann.

Zudem gehört zum Beruf auch der Kontakt mit den Angehörigen. Da der Großteil der Senior/innen bis zum Lebensende im Heim verweilt, müssen die Altenpfleger/innen auch darin geschult sein, mit den Familien über den Tod zu sprechen. „Wir gehen hier offen mit dem Thema Sterben um“, sagt Mirjam App, Leiterin des Wannweiler Seniorenzentrums. Im Foyer des Hauses hängt eine Liste mit den Namen der Verstorbenen, zum Gedenken an sie werden Kerzen angezündet.

War früher das Altersheim ein Ort, an dem die Bewohner/innen nicht mehr allzu viel erwarten konnten, hat sich das in den vergangenen Jahren geändert: „Die Senioren haben ihr eigenes Einzelzimmer und ein aktives Freizeitprogramm, etwa mit Ausflügen, Seniorengymnastik, Sturzprävention, Gedächtnistraining, Musikstunden und Gottesdiensten“, so App. Es herrsche also keine Krankenhausatmosphäre; stattdessen würde versucht, den Alltag mit den älteren Menschen so normal wie möglich zu gestalten.

Kompetent und wissbegierig

Das bedeutet für Zahouani, dass sie auch viele biographische Details der Bewohner/innen kennen muss. Beim Thema „Unterstützung bei der Lebensgestaltung“, die auch ein Teil der praktischen Prüfung von Zahouani war, versuchen die Pflegekräfte durch eine Unterhaltung die Erinnerung der Senior/innen zu aktivieren: „Bei meiner Prüfung habe ich mit einer Frau gesprochen, die sich früher gerne im Garten betätigt hat“, sagt die Auszubildende, „Ich habe ihr verschiedene Blumen gezeigt – Orchideen, Jasmin – und ihr Fragen dazu gestellt, so dass sie etwas erzählen konnte“.

Warum Zahouani schon jetzt, bevor sie überhaupt ihren Abschluss ganz in der Tasche hat, die Übernahmezusage bekommen hat? „Sie kann gut mit den älteren Bewohnern umgehen, ist fachkompetent, wissbegierig und pünktlich“, so Einrichtungsleiterin App. Die Senior/innen im Heim kämen gut mit ihr klar, und wenn Zahouani bei ihrem mehrwöchigen Blockunterricht an der Berufsschule ist, wird sie im Seniorenzentrum vermisst. „So jemanden lässt man nicht gehen“, sagt App.

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22.11.2016, 01:00 Uhr

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