Kommentar · Volleyball

Idner Martins als Fixpunkt

Von Tobias Zug

Eine Art Drei-Jahres-Plan hatten Rottenburgs Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger und die TVR-Verantwortlichen aufgestellt. Mit „drei Leitplanken“, die sie sich dabei gesetzt haben: Ins Pokalfinale wollen sie in dieser Zeit mal, mindestens ein Mal das Playoff-Halbfinale erreichen und „so spielen, dass wir zunehmend eine ausverkaufte Halle haben“, wie Müller-Angstenberger im TAGBLATT sagte.

Das ist jetzt genau drei Jahre her. Und von diesen Zielen ist bisher noch keines erreicht worden – wenn auch die Halle in dieser Zeit schon ab und zu recht voll war. Heißt: Sollte der Plan eingehalten werden, müssen sich die Rottenburger sputen und diese Saison fast schon Sensationelles leisten. Und das, als zwar gestandener, aber relativ kleiner Fisch in einem Gewässer, in dem zunehmend mehr dicke Haie rumschwimmen.

Vorteil TVR: die Kontinuität. Trainer Müller-Angstenberger ein Vereins-Urgestein zu nennen ist fast schon euphemistisch. Und wo die anderen Klubs – mit Ausnahme von Königs Wusterhausen – alljährlich fast eine komplette Mannschaft austauschen und Spieler aus aller Herren Länder holen, ist die Fluktuation in Rottenburg minimal, die Spieler sind fast dieselben wie vor drei Jahren. Allerdings fehlen diese Saison starke Sprungaufschläger wie sie der TVR in den vergangenen Jahren in Tom Strohbach, Moritz Karlitzek oder Dirk Mehlberg hatte, der jetzt Libero ist. Ein Fixpunkt wird deshalb Zugang und Weltenbummler Idner Martins sein. Der kann den riskanten aber gefährlichen Service bringen und muss mit seiner Erfahrung und positivem Wesen die sonst meist recht jungen Mitspieler pushen und führen. Dann könnte der TVR zumindest in manchen Spielen, vor allem zuhause, überraschen. Den Plan zu erfüllen wäre vermessen.


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13.10.2017 - 01:00 Uhr