Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Der schnelle Weg zum Kredit kann teuer sein

Hoher Goldpreis bringt den Pfandleihern mehr Kunden und Geschäft

Viele Menschen bekommen bei Banken keinen Kredit mehr. Für sie ist das Pfandhaus häufig der einzige Weg, um flüssig zu bleiben. Die Geschäfte laufen bestens. Fachleute raten aber zu eingehender Prüfung.

29.12.2012
  • von DPA

Berlin Der hohe Goldpreis hat den Pfandleihern in diesem Jahr mehr Kunden und auch Geschäft gebracht. Sowohl die ausgezahlten Darlehen als auch die Kundenzahl hätten in den ersten drei Quartalen deutlich zugelegt, sagt Wolfgang Schedl vom Zentralverband des Deutschen Pfandkreditgewerbes: "2012 ist ein sehr erfreuliches Geschäftsjahr." Unterm Strich dürfte ein Plus von etwa 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr bei der Darlehenssumme stehen. In den vergangenen Jahren lag die Darlehenssumme pro Jahr bei rund 500 Mio. EUR.

Hintergrund für die aus Verbandssicht erfreuliche Entwicklung bei den rund 200 Mitgliedsunternehmen auch in diesem Jahr ist vor allem der anhaltend hohe Goldpreis: Denn Pfandleiher können für Schmuckstücke deutlich mehr Geld auszahlen, was eine Pfandleihe attraktiver macht. Sehr häufig wird Schmuck verpfändet, aber auch technische Geräte, die wegen des raschen Wertverfalls jedoch häufig kein hohes Darlehen einbringen. Auch Autos können beliehen werden.

Und so funktioniert die Pfandleihe, die in Deutschland per Gesetz geregelt ist: Der Kunde bringt den Wertgegenstand zum Leihhaus und bekommt vom Pfandleiher ein Darlehensangebot. Ob Uhr, Laptop oder Gemälde angenommen wird, entscheidet der Pfandleiher. Festgeschrieben ist der Zins, den er dafür nehmen darf: höchstens 1 Prozent pro Monat. Hinzu kommen Gebühren, die bis zu einem Darlehensbetrag von 300 EUR ebenfalls festgeschrieben sind: Bei 30 EUR fallen pro Monat 2 EUR Gebühren an, bei 300 EUR sind es 6,50 EUR monatlich. Ist das Darlehen höher, darf über die Gebühren frei verhandelt werden.

Entscheidender Unterschied zwischen Bank- und Pfandkrediten ist, "dass der Kunde beim Pfandkredit ausschließlich mit seinem verpfändeten Gegenstand haftet und nicht persönlich mit seinem sonstigen Vermögen, weshalb auch keine Prüfung der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Kunden erforderlich ist", betont Schedl.

Verbraucherschützer beobachten mitunter große Unterschiede bei den ausgezahlten Darlehen und raten dazu, genau zu vergleichen. "Häufig ist der Pfandkredit ein schneller, aber auch ein sehr teurer Kredit", gibt Claudia Kurzbuch, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung, zu bedenken. Dies sieht auch Stefanie Laag von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen so: "Gerade bei längeren Laufzeiten kann der effektive Jahreszins weit über dem eines üblichen Bankkredits oder eines Dispo-Kredits liegen."

Möchte der Kunde seinen Gegenstand wiederhaben, muss er die Kreditsumme samt Zinsen und Gebühren zurückzahlen. Holt er ihn nicht ab, ist das Geschäft für ihn im Grunde erledigt. Es kommt frühestens nach vier Monaten zu einer öffentlichen Versteigerung. Mehrerlöse stehen dem Kunden zu, die er zwei Jahre lang abholen kann. Ansonsten fallen sie dem Fiskus zu.

Beim Darlehen müssen die Kunden einen Sicherheitsabschlag vom tatsächlichen Wert in Kauf nehmen. "Denn der Pfandleiher trägt das Risiko, dass in der Versteigerung kein das Darlehen sowie die Zinsen und Gebühren deckendes Gebot abgegeben wird", so Schedl. Allerdings komme es nur in 10 Prozent der Fälle zur Versteigerung. Nach seinen Worten suchen auch vermehrt Mittelständler Leihhäuser auf, um einen Kredit für eine Zwischenfinanzierung zu bekommen.

Hoher Goldpreis bringt den Pfandleihern mehr Kunden und Geschäft
Pfandleiher Klaus Schumachers aus Hannover begutachtet einen Ring, der ihm von einem Kunden angeboten wurde. Foto: dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

29.12.2012, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Heute meist gelesen
Wirtschaft im Profil


In der aktuellen Ausgabe des Business-Magazins Wirtschaft im Profil : Mode, Marken, Macher: Wo Ästhetik und Hightech sich treffen
Neueste Artikel
Bildergalerien
Videos
Sie haben Fragen zu unserem neuen Bezahlsystem? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt.
Single des Tages
date-click

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-0
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934166
wip@tagblatt.de

Zum Kontaktformular