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Hell Or High Water

Hell Or High Water

In dem Neowestern planen zwei texanische Brüder Banküberfälle, um ihre verschuldete Farm vor dem Untergang zu retten.

Hell Or High Water

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USA 2016

Regie: David Mackenzie
Mit: Jeff Bridges, Chris Pine, Ben Foster

102 Min. - ab 12 Jahren

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02.02.2017
  • Dorothee Hermann

Im Texas des neuen Ölbooms sitzt der Komantschen-Häuptling nicht mehr auf einem Pferd, sondern am Pokertisch – Auge in Auge mit Leuten, deren Farm so hoch verschuldet ist, dass sie schon beinahe der Bank gehört. In seinem durchtriebenen Neowestern fährt der schottische Regisseur David Mackenzie genüsslich solche Verlierer-Konstellationen auf, in denen sich die Enteigneten einen gepfefferten Schlagabtausch liefern.

Dem Zuschauer dämmert erst allmählich, in was er da hineingeraten ist, denn er wird Zeuge zweier reichlich amateurhafter Banküberfälle, bevor er weiß, wie ihm geschieht. Was aussieht wie eine gröbere Stuntnummer samt Knarren, ist der verzweifelte Versuch der beiden ungleichen Brüder Tanner (Ben Foster) und Toby Howard (Chris Pine), die elterliche Farm zu retten.

Der ältere Tanner (immer kurz vor dem Ausrasten) ist noch nicht lange aus dem Knast. Toby ist ein gutaussehender Schweiger, aber ziemlich niedergedrückt und mit den Unterhaltszahlungen für seine beiden Söhne in Verzug.

Wie sehr dieser erste Eindruck täuscht, enthüllt nicht erst die Kombinationsgabe von Texas Ranger Marcus Hamilton (Jeff Bridges), der vor dem gefürchteten Ruhestand einen letzten Kick sucht und die Bankräuber stellen will. Zwischendurch setzt er seinem indianisch-mexikanischen Kollegen Alberto (Gil Birmingham) mit dämlichen Witzen zu.

Das übliche Western-Personal mit seinen Stetsons, Knarren und Pick-ups sitzt meist seltsam inaktiv im Diner. Draußen findet die Kamera zwar noch die berühmte Weite des amerikanischen Westens, doch vor allem trostlose Kleinstädte und Felder voller eiernder Ölpumpen. Die versprechen zwar kurzfristig eine Menge Geld, werden das Land aber mit der Zeit vollends zerstören. In dieser unerquicklichen No-Win-Situation setzen die Brüder alles auf eine Karte und triggern gleich mehrere explosive Showdowns.

Vordergründig irre Stuntnummer mit Knarren, dahinter Kampfansage an eine sich selbst zerfleischende Gesellschaft.

Spielplan

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02.02.2017, 14:53 Uhr

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19.03.2017

17:45 Uhr

Peter Dorn schrieb:

HELL OR HIGH WATER, der in den Plains im Westen von Texas spielt, erzählt eine einfache, alte Geschichte in einer alten Welt und scheint doch die ganze Zeit zu sagen: „Ich bin ganz hier und jetzt!“
HELL OR HIGH WATER ist schmerzhaft-schön. Schmerzhaft, weil diese Landschaft schon in Hunderten von Filmen so aussah, aber noch nie so verbraucht, so vergilbt und verloren. Passend dazu erklingt die elegische Musik von Nick Cave und Warren Ellis. Schön, weil es ein Ort sein könnte, wie von Wim Wenders fotografiert, „strange and quiet“ .
Die Männer in HELL OR HIGH WATER sind verdammt kantige, knorrige Figuren. Sie müssen entsetzlich und grob sein und sie tun fürchterliche Dinge, weil sie gute Gründe haben. Und sie halten zusammen. In einer der vielen vermeintlich ruhigen Szenen sitzen Texas Ranger Marcus Hamilton (kaum zu erkennen, weil grau und verwittert: Jeff Bridges) und sein Partner Alberto Parker (Gil Birmingham), ein Halbblut, zusammen und sinnieren; Alberto führt aus, dass die Weißen aus ihren Höhlen von seinen Ahnen vor Jahrtausenden vertrieben wurden, seine Ahnen dann von den Weißen vor 150 Jahren und jetzt würden alle von denen da vertrieben: er zeigt auf eine Bank. Irgendwie fühlt man sofort, dass es so richtig wie tödlich ist, was er da sagt.
Ein wahrlich schmerzhaft-schöner Film!



 
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