Kommentar Hochschulen

Heikle Änderung

Von JENS SCHMITZ

Auch in einer Komplementärkoalition läuft nicht alles schmerzfrei. Das erlebt gerade die grüne Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, die für die notwendige Reform des Landeshochschulgesetzes länger und schwerer kämpfen musste als geplant.

Stuttgart. Im vergangenen Jahr hatte der Verfassungsgerichtshof des Landes verfügt, die Machtbalance zwischen Hochschul-Professoren und Rektoraten bis 2018 neu zu gewichten. Dass Bauer auch andere Anliegen durchsetzen wollte, hat nun seinen Preis: Die Formulierung vom „politischen Mandat“ für Verfasste Studierendenschaften soll fallen. Bauer hatte sie 2012 noch unter Grün-Rot durchgesetzt und seither wenig getan, um Missverständnisse auszuräumen.

Der Streit um das Thema ist selbst ein Politikum: Die Verfasste Studierendenschaft gehört zu den Projekten, die Bauer zu ihren wichtigsten Wegmarken zählt. Dass beide Parteien so lang um diesen Passus gefeilscht haben, zeigt nicht nur, wie wichtig er Bauer war. Möglicherweise gibt es in dieser Koalition auch Kräfte, die eine Chance wittern, die mit einem Untersuchungsausschuss kämpfende Ministerin weiter zurechtzustutzen.


Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

(c) Alle Artikel und sonstigen Inhalte der Website sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.


28.07.2017 - 06:00 Uhr