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Kommentar

Heftige Vorgaben

09.11.2017
  • HAJO ZENKER

Berlin. Nein, eine feste Prozentzahl, wie viele Elektrofahrzeuge ein Autohersteller produzieren muss, wird es in der EU – anders als ursprünglich in Brüssel geplant und etwa von China vorgemacht – nicht geben. Das könnte man als Sieg der Autolobby bezeichnen. Doch das stimmt nur auf den ersten Blick. Denn durch die Hintertür werden die Unternehmen von Brüssel doch gezwungen, viel stärker als bisher auf Stromer zu setzen. Dazu sind die Reduktionsvorgaben in Sachen Kohlendioxid einfach zu heftig.

Um diese zu erreichen, da hat der deutsche Branchenverband VDA durchaus Recht, reicht es nicht, den Verbrennungsmotor weiter zu optimieren. Elektroantrieb und Brennstoffzelle müssen so in Form gebracht werden, dass sie massentauglich werden. Das ist eine echte Herausforderung. Und kostet viel Geld.

Umweltschutzverbände sind trotzdem unzufrieden – ihnen geht das alles nicht weit genug. Ziele aber müssen zwar ambitioniert, aber auch tatsächlich erreichbar sein. Wer mit extremen Vorgaben und daraus resultierenden Strafen operiert, vernichtet Jobs, ohne dass das Klima etwas davon hat. Wenn Hersteller und Umweltverbände einhellig an der gefundenen Lösung herummäkeln, kann der Kompromiss so schlecht nicht sein.

Im Übrigen hängt der Erfolg der angestrebten CO2-Reduktion nicht allein an Politik und Industrie. Die Verbraucher müssen dabei mitspielen. Der Absatz von höhergelegten SUV, die vergleichsweise viel verbrauchen, ist in Deutschland allein im Oktober um satte 30 Prozent gestiegen – einen solchen Zuwachs gab es in keinem anderen Autosegment. Das ist kein gutes Konsumklima für den Klimaschutz.

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09.11.2017, 06:00 Uhr
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