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Die Chinesen kommen!

Hannes Stöhr plant Film über asiatische Invasion in Schwaben

Der aus Hechingen stammende Regisseur Hannes Stöhr („Berlin Calling“) dreht im Herbst in seiner Heimatstadt einen neuen Kinofilm. Das Thema ist brisant und aus dem wirklichen (Wirtschafts-)Leben gegriffen. Es geht um den Verkauf der mittelständischen schwäbischen Industrie nach China.

24.07.2012
  • von Klaus-Peter Eichele

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Hechingen. Stichwort Putzmeister: Der Weltmarktführer bei Betonpumpen aus Aichtal, Kreis Esslingen, wurde vor einem halben Jahr von einem chinesischen Konkurrenzunternehmen übernommen, nachdem er zuvor in finanzielle Schieflage geraten war. Als diese bisher spektakulärste fernöstliche Übernahme schwäbischen Know-hows durch die Medien ging, hatte Hannes Stöhr sein Drehbuch längst geschrieben. „Bogenschütz & Chong“, so der Arbeitstitel des geplanten Films, handelt auch nicht von einen konkreten Fall, sondern setzt sich aus vielen Beobachtungen lokaler Folgen der globalisierten Ökonomie zusammen. Im Zentrum der Geschichte stehen allerdings nicht Quartalszahlen und Jahresbilanzen, sondern die liebe Familie.

Die schwäbische Firma Bogenschütz & Söhne produziert in vierter Generation hochwertige Textilmaschinen. Weil die asiatische Konkurrenz billiger ist, steht dem Familienunternehmen das Wasser bis zum Hals. In seiner Not verhandelt der Juniorchef mit chinesischen Investoren über einen Verkauf – gegen den Willen des greisen Vaters.

Der Wirtschaftswunder-Patriarch fürchtet um sein Lebenswerk und will den Plan mit Hilfe seiner längst in die Großstadt abgewanderten Töchter vereiteln. „King Lear in der schwäbischen Provinz“, nennt Stöhr augenzwinkernd den Plot, der aber auch eine starke komödiantische Schlagseite haben soll. Geschwätzt wird vorwiegend schwäbisch.

Mit Walter Schultheiß und Christoph Bach

Für die Rolle des sturen Alten hat Stöhr den 88 Jahre alten Volksschauspieler Walter Schultheiß, bekannt als Kehrwochen-Tyrann in den Bienzle-Tatorts, gewonnen. Den geschmeidigen Junior spielt der in Gomaringen aufgewachsene Christoph Bach, der sich als Rudi Dutschke in dem gleichnamigen Dokudrama einen Namen gemacht hat.

Komplettiert wird der Familienclan von Tatort-Kommissarin Ulrike Folkers und Inka Friedrich („Sommer vorm Balkon“). In den Nebenrollen ist die Crew des Theaters Lindenhof prominent vertreten: Uwe Zellmer mimt einen Fabrikanten, Berthold Biesinger einen Arbeiter, Stefan Hallmayer den nach Thailand ausgestiegenen verlorenen Sohn.

Laut Stöhr ist die Botschaft der Geschichte nicht so eindeutig, wie es auf den ersten Blick scheint. „Ich will nicht die gelbe Gefahr heraufbeschwören“, sagt der 42-Jährige. Die Chinesen seien keine Heuschrecken, sondern Geschäftsleute mit durchaus lauteren Interessen.

Drehorte: Hechingen, Berlin, Shanghai

Auch den Familienknatsch malt Stöhrs Drehbuch nicht schwarz-weiß. Allerdings verhehlt der Wahlberliner nicht seine Grundsympathie für den mittelständischen Unternehmer alt(modisch)en Schlages, der noch persönliche Verantwortung für die Firma und das Wohl der Beschäftigten verspürt. „Das Aussterben dieser Generation wird die deutsche Wirtschaft massiv verändern“, prognostiziert der Beamtensohn.

Gedreht wird „Bogenschütz & Chong“ in der ersten Oktoberhälfte in Hechingen und Umgebung, danach noch in Berlin und Shanghai. Die dann herbstliche Stimmung unterm Hohenzollern will Stöhr in Symbolkraft („Europa welkt“) ummünzen. Wichtigster Drehort sind die Fabrikhallen des Strickmaschinen-Herstellers Merz, die sich an den Wochenenden zur Firma Bogenschütz & Söhne verwandeln. Als Komparsen kommen die echten Arbeiter zum Einsatz.

An der Finanzierung des Mundart-Films, der Ende 2013 in den Kinos starten soll, haben sich der Bayerische Rundfunk und Arte beteiligt – erstaunlicherweise aber nicht der heimatliche SWR.

Hannes Stöhr plant Film über asiatische Invasion in Schwaben
Rasanter Aufstieg eines Hechinger Filmemachers: Hannes Stöhr, der im Jugendzentrum seinen ersten Film drehte, vor der Skyline von Shanghai.Agenturbild

Hannes Stöhr, Jahrgang 1970, ist in Hechingen aufgewachsen und zur Schule gegangen. Im dortigen Jugendzentrum drehte er seinen ersten Amateurfilm über die in Hechingen geborenen Arztsöhne Markus Wolf (später Stasioffizier) und Klaus Kinkel (später Bundesaußenminister). Cineastisch sozialisiert wurde Stöhr im Tübinger Kino Arsenal.

Von 1995 bis 2000 studierte er Drehbuch und Regie an der Berliner Film- und Fernsehakademie. Sein erster Spielfilm „Berlin is in Germany“ (2001) gewann den Publikumspreis der Berlinale; sein zweiter „Somewhere in Europe“ (2005) lief im Wettbewerb der Filmfestspiele. Stöhrs bislang letzter Kinofilm, das DJ-Drama „Berlin Calling“ (2008), genießt in Techno-Kreisen einen gewissen Kultstaus.

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24.07.2012, 12:00 Uhr

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Der Film ist schrecklich langweilig. Keine interessaante Beziehung, kein Witz, keine Überraschung, eine Rachegeschichte wie in einem Karatefilm und ein Werkzeugfetischismus wie in der VW-Werbung. Alles mausetot mit toller Technik. Kauft euch den Disneyfilm von 1967, der hat alles, was diesem fehlt. 
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