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Mit dem Hammer da

Handball: Neuhausen besiegt Gummersbach

Klatschpappen flogen, 2200 Zuschauer standen und sangen in der Tübinger Paul-Horn-Arena am Dienstag Abend. Handball-Bundesligist TV Neuhausen hat mit 29:26 (12:13) den VfL Gummersbach besiegt und ihn in der Tabelle somit überholt.

19.12.2012
  • von Tobias Zug

Tübingen. Eine halbe Stunde nach dem Spiel, da dröhnten aus der Neuhausener Umkleidekabine weihnachtliche Gesänge: „Lustig, lustig, trallalalala – heut’ war der TV mit dem Hammer wieder da!“ Und auf der Stehtribüne sangen immer noch die etwa 20 in blauen Trikots und Schals ausstaffierten Kicker des SV Heiligenzimmern „So seh’n Sieger aus“. Diese hatte der aus Heiligenzimmern kommende TVN-Geschäftsführer Dieter König im Vorfeld animiert, den Handball-Bundesligisten zu unterstützen.

Eine kaum enden wollende Neuhausener Party nach einer „hitzigen Atmosphäre über 60 Minuten“, wie es Neuhausens Trainer Markus Gaugisch beschrieb, bei „einer unglaublichen Stimmung – mir dröhnten zur Halbzeit schon die Ohren! – im wichtigsten Spiel überhaupt“, wie TVN-Kapitän Ralf Bader sagte. Und als wenn der Druck, die Atmosphäre etwas zu viel für die Neuhausener gewesen wäre, warf zu Beginn gleich zwei Mal Andreas Schröder aus dem Rückraum Gummersbachs Torhüter Borko Ristovski die Bälle praktisch in die Arme, Alexander Trost scheiterte frei an Ristovski, und Gummersbach legte dankend mit drei Toren vor. „Am Anfang war’s echt schlecht von mir, das muss ich zugeben“, sagte Schröder. „Wir waren anfangs übernervös“, sagte Dieter König.

Gegen die Gummersbacher 6:0-Abwehr tat sich der TVN extrem schwer. Linksaußen Marcel Schiller bekam 18 Minuten keinen Ball, auch weil das Spiel mehr ein Gezerre und Festhalten war, gepaart mit „Schieber, Schieber“-Rufen nach fast jeder umstrittenen Anti-Neuhausen-Schiedsrichterentscheidung und „Zeit, Zeit“ nach schon wenigen Sekunden Spielaufbau des VfL Gummersbach. „Das war Abstiegskampf auf beiden Seiten“, urteilte Bader, „ganz zäh, viel Kampf, wenig Tore.“ Weil auch die Neuhausener gut verteidigten, baute Gummersbach den Vorsprung aber nie auf mehr als vier Tore aus. Als Marcel Schiller erstmals richtig zum Wurf kam, bei einem Siebenmeter, erzielte er das 4:7. Und die Neuhausener Aufholjagd begann: Schiller bekam jetzt die schnellen Bälle, um in Wurfposition zu kommen.

Nach 34:40 Minuten führte Neuhausen erstmals, als Schiller nach einem Ballverlust von Barna Pultics auf das Tor zulief und zum 15:14 traf. Schiedsrichter Nils Blümel und Jörg Loppaschewski verteilten fast im Akkord Zwei-Minuten-Strafen. Nach dem 20:20 humpelte Neuhausens Dominik Eisele plötzlich, blieb liegen und musste in seinem zweiten Bundesligaspiel verletzt raus. Diagnose noch nicht bekannt. „Das ist eine absolute Katastrophe“, sagte Markus Gaugisch. Und Schiller scheiterte kurz danach erstmals am Torwart, der schwedische Nationalspieler Fredrik Larsson – erstmals beim VfL im Einsatz – traf zum 21:20.

Doch es folgte die Zeit des Andreas Schröder: „Ich habe gedacht, jetzt wo der Dominik ausfällt, jetzt muss ich einfach“, sagte er, „das hat sich das Team verdient.“ Schröder warf zum 21:21. Der starke Alexander Trost haute von rechts den Ball in den Winkel zum 22:21. Michalik aus dem Rückraum zum 23:21. Nach dem 22:23 sechs Minuten vor Schluss nahm Gaugisch eine Auszeit.

Aus der sein Team noch stärker kam; Schröder traf mit einem wuchtigen Wurf zum 24:22, zum 26:23. Und als Kreisläufer Alexander Becker zwei Minuten vor Abpfiff zum 27:24 warf, saß keiner mehr der 2139 Zuschauer, wie sie TVN-Pressepraktikant Sebastian Buck beim Ticketeinlesen registriert hatte. Das Tor zum 29:26 von Schiller im Fallen, 30 Sekunden vor Schluss, war wie das Trömmelchen in Köln, das den Karneval einläutet.

„Die Halle war heute phänomenal“, sagte Dieter König. „Jeder hat den Traum vom Klassenverbleib, dieser Traum treibt auch jeden an“, sagte Markus Gaugisch, „der TV Neuhausen hat hier seine Heimhalle, aber das tut auch Tübingen gut, dass es Handball auf so hohem Niveau hat.“

TV Neuhausen: Bauer, Magnus Becker; Theilinger (1), Alexander Becker (2), Schuldt, Keinath, Trost (6), Reusch (1), Schiller (9/1), Michalik (3), Möck, Schröder (5), Bader (1), Eisele (1).

Handball: Neuhausen besiegt Gummersbach
„Jetzt muss ich einfach“: Andreas Schröder setzt zum Wurf an. Bild: Ulmer

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19.12.2012, 12:00 Uhr
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