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Häuser für Flüchtlinge (5): Auf dem Horemer entsteht ein Trio
Bauen als Hobby: Steffen Schwab und Volker Prichystal (von links) bauen auf dem Horemer zusammen mit der Firma Kemmler (im Bild rechts Martin Heimrich) ein Haus, in dem zuerst Flüchtlinge und später Wissenschaftler wohnen sollen. Bild: Metz
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Häuser für Flüchtlinge (5): Auf dem Horemer entsteht ein Trio

Zuerst Flüchtlinge, später Wissenschaftler: Für die drei Häuser, die auf dem Horemer gebaut werden, hat die Stadt klare Vorstellungen. Die Brüder Steffen Schwab und Volker Prichystal setzen diese Idee in einem der Häuser um.

16.08.2016
  • SABINE LOHR

Tübingen. Der Horemer ist bisher eine grüne, dreieckige Wiese auf der Wanne. An ihrer Spitze im Süden ist ein Kindergarten, am westlichen Rand ein Wohngebiet, im Osten liegt der Technologiepark Obere Viehweide. Der wird zur Zeit erweitert, aber schon jetzt ist absehbar, dass die Fläche, die ihm östlich der Waldhäuser Straße zur Verfügung steht, nicht ausreichen wird. Der Horemer ist deshalb als zusätzliche Erweiterungsfläche vorgesehen.

Auf ihr sollen aber nicht nur Forschungs-, Verwaltungs- und Laborgebäude stehen, sondern auch „Boarding-Houses“. In vier Häusern am westlichen Rand sollen Wissenschaftler oder Angestellte, die nur vorübergehend in Tübingen arbeiten, ein Zuhause auf Zeit finden.

Eigentlich sollten diese Häuser erst in ein paar Jahren gebaut werden, doch dann kamen die Flüchtlinge und die Stadt brauchte und braucht dringend Wohnungen für sie. Also schrieb sie Optionen für drei dieser vier Häuser aus. Das Grundstück für das vierte Haus kann die Stadt nicht vergeben, denn es gehört ihr nicht.

Bedingung für die Bewerber: Sie müssen so planen, dass später, wenn die Flüchtlinge ausgezogen sind, die Häuser als „Boarding-Houses“ genutzt werden können. Offenbar ist das kein Problem: Für keinen anderen der sechs Standorte, die die Verwaltung ausschrieb, haben sich so viele Interessenten beworben wie für den Horemer – 31 Investoren wollten eins der Häuser bauen.

Die Zuschläge bekamen zwei Firmen (siehe Kasten) und die Brüder Steffen Schwab und Volker Prichystal. Die beiden sind gebürtige Dußlinger. Schwab, der in Tübingen lebt, entwickelt Energiekonzepte für Häuser, Prichystal vertreibt Flachdachprodukte und wohnt bei Frankfurt. „Es ist unser Hobby, anspruchsvollere Immobilien zu bauen“, begründen sie ihre Bewerbung für eins der Horemer-Häuser.

Das soll aus vorgefertigten Betonbauteilen der Hirschauer Firma Kemmler zusammengesetzt werden. „Das geht schnell“, sagt Schwab. Innerhalb von vier Wochen kann der Rohbau stehen. Außerdem ist diese Bauweise relativ günstig. Die Architektur des Hauses beschreibt Schwab als „puristisch, mit klaren Linien und einigen Akzenten, zum Beispiel durch Fassadenbegrünung“.

Vier Stockwerke hoch wird das Haus sein, das vierte Stockwerk wird zurückgesetzt, so dass zur Straße Horemer eine Terrasse entsteht. In dem Haus werden 30 kleine Apartments mit jeweils 25 Quadratmetern untergebracht – ideal für Alleinstehende.

Ein bis zwei Apartments sind größer. Sie sollen allerdings nicht an Flüchtlinge, sondern günstig an Familien, die nicht geflüchtet sind, vermietet werden. Später werden sie zu Wohnungen für „Business-WGs“ umgewandelt. „Das sind Geschäftsleute, die nicht so oft da sind“, beschreibt Schwab die Idee.

Für alle Bewohner zusammen wird es Aufenthaltsräume geben: Im Erdgeschoss ist eine Terrasse mit Grill und eine Waschküche vorgesehen, in der auch ein Tischkicker stehen soll. Im zweiten Obergeschoss planen Schwab und Prichystal eine Kochwerkstatt mit Spiele-Ecke und Sitzfenstern. Sie setzen darauf, dass dort „integrative Projekte“ umgesetzt werden – etwa ein Kochkurs von Flüchtlingen für Tübinger. Sich selbst wollen die Brüder in dem Haus nicht einbringen. Sobald der Bebauungsplan fertig ist, wollen die Brüder ihren Bauantrag einreichen. Der Spatenstich ist für März 2017 geplant. Ein halbes Jahr später soll das Haus bezugsfertig sein.

Die Bauherren der beiden anderen Häuser

Auch in den beiden anderen Häusern sind kleinere Apartments vorgesehen, die später als „Boarding-Houses“ genutzt werden sollen. Eins dieser Häuser baut die Firma Huber Wohnbau, das andere die Firma „Urban Now“. Beide wollen mit ihren Konzepten noch nicht an die Öffentlichkeit.

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16.08.2016, 01:00 Uhr
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