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Ein Dorf in Geberlaune

Gründungsversammlung der Bürgerstiftung Dußlingen

Über 250 Bürgerstiftungen gibt es in Deutschland – jetzt kommt mit der Dußlinger eine kleine, aber landkreisweit noch sehr seltene Einrichtung hinzu. Vorgestern trafen sich knapp 30 Gründungsstifter/innen im Rathaus, um das Stiftungsgeschäft zu unterzeichnen.

10.11.2012
  • von Kathrin Löffler

Dußlingen. Wie wäre es, sich künftig beim Marsch durch die Gemeinde eine kurze Rast auf gemütlichen Ruhebänken gönnen zu können? Wie wäre es, über ein Gemeinschaftsauto verfügen zu dürfen und damit sehr viel mobiler zu werden? Wie wäre es, in einem Dußlinger Heimatmuseum ein bisschen im Staub der lokalen Historie zu stöbern? Ein solcher Wunschzettel ist so utopisch nicht. Derlei Projekte können an der Steinlach bald angegangen und realisiert werden.

Bildung und Erziehung, Kultur und Kunst, Tradition und Heimatpflege, Kinder- und Altenhilfe, Gesundheitsförderung, Sport, Naturschutz, mildtätige Zwecke: All das sind Aufgaben, denen sich die Bürgerstiftung Dußlingen widmen will. Sie ist „auf die Ewigkeit angelegt“ und soll „vielen Generationen dienen“, sagte Rathauschef Thomas Hölsch. Jetzt wurde sie nach rund 12-monatigem Vorlauf ins Leben gerufen.

Im letzten Jahr taten sich Gemeindeverwaltung und ein erster Unterstützerkreis zusammen, luden zu Informationsveranstaltungen und warben um Gründungsstifter. Ende 2011 waren bereits 15 500 Euro von generösen Dußlingern versprochen worden, im Mai 2012 war die zugesicherte Summe fürs Gründungskapital auf 22 000 Euro angewachsen. Vermehrt Zulauf fand auch der Gründungs-Arbeitskreis – Verwaltung und Gemeinderat waren sich einig, dass die Initiative für die Stiftung aus der Bürgerschaft erfolgen solle. Diese rund 20 Personen erstellten eine Satzung, entwarfen ein Logo, verteilten Aufkleber, Flyer und Überweisungsträger, informierten auf dem Krämermarkt, luden neben Geldgebern auch Leute mit Einsatzbereitschaft und Visionen zum Mitmachen ein.

50 000 Euro braucht es an Gründungskapital, so lautet die Vorgabe vom Tübinger Regierungspräsidium, um eine Bürgerstiftung aus der Taufe zu heben. Bis zu dieser Woche sind in Dußlingen 34 055 Euro von 31 Gründungsstiftern zusammen gekommen – „Gründungsstifter“ darf sich nennen, wer mindestens 500 Euro zum Startkapital für die Stiftung garantiert. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, in Form einer Spende einen beliebigen Betrag beizusteuern, damit die Stiftung genehmigt werden kann. Auf diese Weise konnten weitere 6215 Euro addiert werden. Macht insgesamt 40 270 Euro - noch nicht genug, um die formelle Hürde zur Gründung zu meistern. Für den ausstehenden Differenzbetrag von knapp 10 000 Euro greift deshalb die Gemeinde in ihre Spendierhosen. Der Gemeinderat hat es in seiner letzten nichtöffentlichen Sitzung einstimmig so beschlossen.

Am Donnerstag unterschrieben die Gründungsstifter/innen das so genannte Stiftungsgeschäft. Damit verpflichteten sie sich, ihre in Aussicht gestellten Finanzsspritzen zu überweisen. Bevor sie das tun können, ist noch ein kleines Prozedere erforderlich: Das Regierungspräsidium muss das Formular anerkennen, das Finanzamt die Gemeinnützigkeit bescheinigen, dann erst darf der Vorstand ein Konto eröffnen und die zugesagten Moneten einfordern. Geplant ist, dass im Januar der künftige Vorstand die Stiftungsurkunde im Rahmen eines kleinen Festakts entgegennehmen soll. Erste Vorhaben könnten dann schon 2013 verwirklicht werden.

Gründungsversammlung der Bürgerstiftung Dußlingen
Mit gezücktem Stift gestiftet: Bürger um Bürger unterschrieb mit Bürgermeister Thomas Hölsch (links) und Rathaus-Mitarbeiterin Simone Meyer (Mitte).

Die Bürgerstiftung Dußlingen hat auch einen Vorstand: In diesen wählten die Anwesenden Ursula Barthlen, Ulrike Giebel, Samuel Begasse, Günter Eisenhardt und Eberhard Hofmeister. Ute Berger, Alexander Pahl, Jürgen Steinhilber, Michael Baumann, Angelika Torno-Rebstein, Margot Schelling, Ute Steinhilber, Herbert Dieter und Simone Meyer gehören dem Stiftungsrat an. Gründungsstifter Thomas Hölsch strebte nach keinem Amt. Er wolle „dokumentieren, dass die Stiftung von Bürgern für Bürger“ sei und in seiner Funktion als Bürgermeister keinen Einfluss darauf nehmen, so Hölsch.

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10.11.2012, 12:00 Uhr
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