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Gemeindetag fordert den „Schulleiter auf Zeit“
„1000 Euro mehr pro Monat“: Gemeindetagspräsident Roger Kehle. Foto: dpa
Bildung

Gemeindetag fordert den „Schulleiter auf Zeit“

Kommunale Schulträger für bessere Bezahlung und erweiterte Befugnisse von Rektoren und Direktoren.

17.02.2017
  • AXEL HABERMEHL, ROLAND MUSCHEL

Stuttgart. Nach den verheerenden Ergebnissen Baden-Württembergs bei jüngsten Schulvergleichsstudien plädiert der Präsident des Gemeindetags, Roger Kehle, für eine Aufwertung der Position der Rektoren respektive Direktoren. „Schulleiter zu sein, ist eine sehr anspruchs- und verantwortungsvolle Aufgabe. Das ist ein Top-Job in unserer Bildungslandschaft, der entsprechend gestärkt werden muss“, sagte Kehle im Gespräch mit dieser Zeitung. „Wenn an der Spitze einer Schule eine gute Frau oder ein guter Mann steht, funktioniert das ganze Gebilde besser. Dann steigt die Chance, dass sich an dieser Schule der gewünschte Lernerfolg einstellt.“

Konkret fordert Kehle, die Schulleiter-Position besser als bisher zu bezahlen. „Es braucht ein ordentliches Gehalt. Ein Plus von 1000 Euro im Monat sollte es schon sein“, so der Gemeindetags-Präsident, dessen Verband die Interessen der Mehrzahl der kommunalen Schulträger vertritt. Schließlich hätten die Rektoren – deren Besoldung von der Schulart und -größe abhängt – einen veränderten Aufgabenzuschnitt. „Das Berufsbild hat sich verändert. Schulleiter müssen heute etwa über Leistungen Dritter für die Ganztagsbetreuung verhandeln und die Schulgebäude, in die die Kommunen viel Geld investieren, verwalten. Gleichzeitig stehen sie dem Lehrerkollegium vor. Im Prinzip hat ein Schulleiter heute einen Managementauftrag.“ Um dem gerecht werden zu können, müssten Rektoren und Direktoren auch mehr Budget- und Personalrechte erhalten, fordert Kehle weitere Korrekturen. So müssten die Schulleiter in der Lage sein, klare Weisungen zu erteilen.

Schließlich plädiert der Verbandschef für den „Schulleiter auf Zeit“. So könnten auch potenzielle Kandidaten gewonnen werden, die sich nicht für den Rest des Lebens auf eine Führungsaufgabe verpflichten wollten. „Die Möglichkeit zur Rückkehr in den ebenfalls wichtigen pädagogischen Dienst nach einer oder mehreren Amtsperioden könnte vielen die Entscheidung erleichtern“, sagte Kehle.

Bislang schreckten zu viele zurück, gerade Grundschulen und kleine Schulen hätten Probleme, Bewerber zu finden. „Drei Jahre als Befristung wären mir zu kurz. Aber bei der Frage, ob ein Vertrag nun über fünf oder sechs Jahre laufen soll, bin ich offen.“ Kehle geht es noch nicht um die Details, sondern darum, Mitstreiter für seine Idee zu gewinnen: „Wir diskutieren überall, wie wir das Bildungsniveau heben können. Hier haben wir eine Stellschraube, an der wir mit nachhaltigem Effekt drehen können.“

Eine Befristung hieße natürlich auch, dass Rektoren, die sich als ungeeignet erweisen, nach Ende der vereinbarten Zeitspanne ohne Probleme zurück in den normalen Dienst geschickt werden könnten – und, umgekehrt, dass sich Schulleiter, die eine weitere Amtszeit anstreben, profilieren müssen. Dass das auch Widerstände provozieren dürfte, ist Kehle klar: „Ich sehe die Risiken, aber ich glaube, dass die Chancen überwiegen.“ Axel Habermehl, Roland Muschel

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17.02.2017, 06:00 Uhr
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