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Der Pliezhäuser Hauptschule bleiben die Schüler weg

Gemeinderat will ergebnisoffene Diskussion um den Schulstandort

Der Wegfall der Grundschulempfehlung und die Gemeinschaftsschule bringt Bewegung in die Schullandschaft. Pliezhausen sieht seine Realschule bestätigt, erwartet aber für die Hauptschule im kommenden Schuljahr nur noch eine Handvoll Schüler.

02.02.2012

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Pliezhausen. Der Beschlussvorschlag über den Schulstandort Pliezhausen, der dem Gemeinderat am Dienstag vorlag, hatte es in sich, gerade weil er ganz allgemein formuliert war: „Die Gemeinde als Schulträger unterstützt die beiden betroffenen Schulen in einem gemeinsamen Entwicklungsprozess mit der Zielsetzung, weiterhin ein möglichst breites und qualitativ hochwertiges Bildungsspektrum vor Ort anbieten zu können. Dieser Entwicklungsprozess soll ergebnisoffen, pädagogisch geprägt und deswegen in erster Linie von innen heraus geführt werden.“

Bürgermeister Christoph Dold sprach davon, dass neue Wege Chancen und Risiken hätten, dass man sich Zeitnehmen solle, um „in nichts hineinzurennen“: „Als Schulträger können wir den Schulen nichts überstülpen. Schule und Eltern müssen es mittragen.“

Gerda Armbruster (Freie Wähler) hakte nach: Walddorfhäslach bekomme die Gemeinschaftschule. „Was heißt das für uns? Weniger Schüler? Weniger Klassen?“

Die Frage sei, wie die Eltern damit umgingen, sagte Markus Hillenbrand, der die Schulangelegenheiten der Gemeinde verwaltet. Pliezhausen biete einen hochwertigen Realschulabschluss an. 33 der jetzt genehmigten Gemeinschaftschulen seien aber Haupt- oder Werkrealschulen, „die werten damit ihren Standard auf“. Er sieht im Moment keine „Handlungsnot“. Die Standortfrage sei nicht die bestimmende, weil auch pädagogische Aspekte eine Rolle spielten.

Die freie Schulwahl der Eltern, sagte Bürgermeister Dold, höhle die Hauptschule aus. „Wir müssen ein pädagogisches Konzept entwickeln mit Hand und Fuß und alles andere abwarten.“

Die Realschule sei dreizügig ausgelegt worden, im Moment wird sie aber vierzügig gefahren. Laut Hillenbrand ist die Dreizügigkeit nicht gefährdet, auch wenn die Schüler aus Walddorfhäslach wegbleiben.

Wolfram Leyerer (Unabhängige Wähler) äußerte die Sorge, dass „die Hauptschule rasant schrumpft und uns unter Handlungsdruck setzt“. Auch Hillenbrand sah im Bereich der Hauptschule einen „großen Handlungsdruck“, die Schülerzahlen brächen ein. „Laut Prognosen wechseln im kommenden Schuljahr nur eine Hand voll Schüler auf die Hauptschule.“ Deshalb werde jahrgangsübergreifender Unterricht notwendig sein. „Der ist der Attraktivität nicht zuträglich, aber pädagogisch anerkannt. Das ist eine pädagogische Herausforderung, auf die man pädagogische Antworten finden muss.“

Peter Biedermann (CDU) wollte nicht nur zuwarten. Er wünschte es gäbe einen Plan B für alle Fälle, eine Verbundschule oder gar eine Kooperation mit Walddorfhäslach: „Hoffentlich ist der Vorschlag jetzt keine Todsünde.“

„Denkverbote gibt es nicht“, warf Bürgermeister Dold ein. „Aber wir als Schulträger können nicht sagen, Schule mach mal. Vieles ist möglich, aber das Neue muss unterfüttert sein“. Hillenbrand forderte noch einmal, nicht vom Standort, sondern von der Pädagogik her zu debattieren. So spiele eine Rolle, dass jetzt 40 Prozent der Realschüler eine Gymnasialempfehlung haben und auf diesem Weg das G8-Abitur umgehen. Achten müsse man darauf, was sich im Reutlinger Nordraum und in Walddorfhäslach tue.

Als Befürworterin der Gemeinschaftsschule bekannte sich Beate Müller-Gemmeke (KLUB). Die Gemeinschaftsschule sei ein gutes Modellprojekt. „Wir müssen alles dafür tun, dass der Start gut läuft für das Kind.“ Sie forderte, die Entscheidung nicht allzu lange vor sich herzuschieben und die Chance zu ergreifen im Ort eine Sekundarstufe zu haben. „Natürlich müssen wir die Lehrer und Eltern mitnehmen. Aber der Schulträger kann eine Meinung zur Schulentwicklung vorgeben.“

Der Prozess solle ergebnisoffen sein, sagte Bürgermeister Dold, aber auch eine Antwort auf die Frage geben: Wollen wir eine starke Realschule behalten? Hillenbrand will das Schuljahr 2012/13 nutzen, um zu einem Ergebnis zu kommen.

Gemeinderat will ergebnisoffene Diskussion um den Schulstandort
Das Otwin-Brucker-Schulzentrum wurde 2006 erweitert und sucht jetzt nach einer neuen Bestimmung. Archivbild: Franke

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02.02.2012, 12:00 Uhr

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