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Gegen Drohnen und Tierversuche - 30 Teilnehmer bei Demonstration vor dem MPI

Im Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik wird an Tieren geforscht und an Drohnen – beides war am Samstag für 30 Demonstranten Anlass für eine Kundgebung in Sichtweite des Instituts.

05.10.2014
  • Fabian Renz

Tübingen. Als die Demo ganz in der Nähe des Tübinger Max-Planck-Institutes (MPI) für biologische Kybernetik geplant worden war, lagen die heftigen Diskussionen um die dort praktizierten Tierversuche noch in der Zukunft. Anlass für die Demo war für das Wahlkreisbüro der Tübinger Bundestagsabgeordneten Heike Hänsel (Die Linke) und für die Informationsstelle Militarisierung Tübingen, kurz IMI, vielmehr der „Globale Aktionstag gegen Kampf- und Überwachungsdrohnen“.

Gegen Drohnen und Tierversuche - 30 Teilnehmer bei Demonstration vor dem MPI
Im Hintergrund sind die Gebäude des Max-Planck-Institutes für biologische Kybernetik zu sehen – näher heran durften die Demonstranten bei ihrer samstägigen Kundgebung aber nicht. Bild: Faden

Die rund 30 Demonstranten verbanden den Protest gegen Drohnen dennoch mit dem gegen Tierversuche: Zu beiden Themen lagen Flyer aus, eines der Plakate wurde mit „Nicht weiter mit Drohnen und Tierversuchen“ beschriftet. Den Zusammenhang sahen die Demonstranten nicht nur bei der Institution des Max-Planck-Institutes, an dem beides Teil der Forschung sei. Vielmehr gebe es auch einen direkten Zusammenhang: „Durch Affenversuche wird das Denken erforscht. Dieses Wissen kann man dann auch bei Drohnen nutzen“, sagte eine Rednerin, die nicht namentlich genannt werden wollte. Christoph Marischka von der IMI wurde etwas konkreter: Am MPI werde unter anderem an Steuerungskonsolen für Drohnen oder an den Möglichkeiten automatischer Gesichts- und Emotionserkennung geforscht.

„Tierversuche werden dabei immer als Grundlagenforschung bezeichnet, um sich ethischer und rechtlicher Fragen zu entledigen“, sagte Marischka. „Tatsächlich ist diese Forschung aber sehr anwendungsorientiert.“ Das MPI betreibe zwar, soweit bekannt, nicht im engeren Sinne Rüstungsforschung, kooperiere aber mit in der Rüstung tätigen Unternehmen.

In seiner Rede kündigte Marischka auch an, man könne sich ja gleich noch ein wenig umschauen. Die anwesenden Polizisten wiesen sogleich darauf hin, dass der Sicherheitsdienst des MPI – der erst vor kurzem aufgrund von Bedrohungen der Instituts-Mitarbeiter eingerichtet wurde – das nicht erlaube. Auf den Privatstraßen, die zu den Gebäuden in der Spemannstraße führten, übe das MPI das Hausrecht aus.

Die kleine Demonstration in Sichtweite des Max-Planck-Institutes diente für die Teilnehmer als Aufwärmübung für eine weit größere Demo. In Fahrgemeinschaften ging es nach Stuttgart-Möhringen, zur US-Kommandozentrale AFRICOM. Von dort aus würden gezielte völkerrechtswidrige Tötungen in Afrika gesteuert, sagten die Demonstranten. Die Kundgebungen in Tübingen und Stuttgart waren zwei von rund 30 Aktionen in ganz Deutschland, die am „Globalen Aktionstag gegen Drohnen“ stattfanden.
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05.10.2014, 12:00 Uhr
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