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Susanne Padberg, Wien, Berggasse 21

Galerie Druck&Buch nimmt Abschied von Tübingen

„Ich kann mir sofort vorstellen, in Wien zu sein. Aber nicht mehr in Tübingen zu sein, kann ich mir nicht vorstellen“, fasst Susanne Padberg ihre paradoxe Gefühlslage zusammen: Mit dem neuen Jahr zieht ihre Galerie Druck&Buch in die österreichische Metropole.

23.11.2012
  • von Peter Ertle

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Tübingen. Zu den Dingen, die Tübingen ganz besonders machen, gehörte stets die Galerie Druck&Buch. Betrat man sie, war man augenblicklich in einer anderen Welt. Einer Welt, in der das Buch zur Kunst erhoben wird, einer Welt ausgewählter Materialien, so wunderbar verschrobener wie edler Ideen und Ausfertigungen. Eine Wunderkammer aus Spielereien und ernsten, anrührenden Themen. Hier reichten sich Avantgarde und traditionelles Handwerk die Hände. Es kann sein, dass nur wenige Menschen außerhalb der Kunstszene überhaupt Notiz davon nahmen. Aber bedeutende Museen dieser Welt kannten die Adresse. Sie wird sich mit dem Jahreswechsel ändern. Aus Tübingen, Bachgasse 15 wird Wien, Berggasse 21 – gleich neben dem Sigmund-Freud-Museum.

Internationale Museen als beste Kunden

In Wien wird sie mehr Platz haben, obwohl sie sich die Galerie mit Fotokünstlern teilt. Mit der räumlichen Ausweitung geht eine Ausweitung im Sortiment einher, endlich wird sich Susanne Padberg ihrem Wunschschwerpunkt osteuropäisches Kunstbuch widmen können. In der internationalen Kunst- und Museumsszene, vor allem in den Staaten boomt das gerade. „Im ’Museum of Modern Art‘ haben sie sich richtig gefreut, als ich das bei meinem letzten Besuch erzählt habe“, sagt Padberg.

Ja, so ist das eben mit Spezialisten: Je kleiner und besonderer die Leidenschaft, desto globaler die geschäftlichen Verbindungen. Susanne Padberg hat schon in der Vergangenheit nur 10 Prozent ihres Umsatzes durch Kunden gemacht, die ihre Galerie aufsuchten. Und manche von ihnen kamen immer schon von so weit her, dass sie genauso gut nach Wien kommen werden. Der Standort ist für Druck&Buch also gar nicht so wichtig. Das Internet spielte übrigens auch keine so große Rolle. Nein, das Hauptgeschäft machte Susanne Padberg auf Reisen, im Kontakt mit Museen, Sammlungen, die für Buchkunst ein Faible und ein Budget haben. Und das wird auch in absehbarer Zukunft so bleiben.

Wien mit seiner gemütvollen, verspielten, Kunst-Zugewandtheit passt auch ganz ausgezeichnet zur Buchkunst. Susanne Padberg hat hier außerdem mal studiert. Und gute Kontakte in der Stadt. Enge private Kontakte auch nach Zagreb. Da ist es von Wien schon mal nicht mehr so weit hin wie von Tübingen aus.

Ausschlaggebend für den Zeitpunkt war letzlich zweierlei: Einmal die familiäre Situation. Susanne Padberg kümmerte sich in der jüngeren Vergangenheit bis zuletzt um ihre Eltern und den erkrankten Bruder. Zum anderen war da der 50. Geburtstag, mit all den Überlegungen: Was war, was kommt noch? Zwei Anstöße, etwas Neues zu wagen.

Rabatte und finale Finissage

Und eben das macht sie jetzt. Nicht unbedingt die Mieten, aber die Nebenkosten sind in Wien deutlich preiswerter als in Tübingen. Die gemeinsame Nutzung der Räume wird es mit sich bringen, dass immer jemand vor Ort sein wird, entweder sie selbst oder ihre Partner. So sind viel umfangreichere Öffnungszeiten möglich als bisher in Tübingen.

Das bildungsbürgerliche akademische Tübinger Publikum wird ihr vielleicht fehlen, denkt die gebürtige Rheinländerin, die seit 30 Jahren in Tübingen lebt. Sie war gerne hier, seit 2005 in der Bachgasse, davor, seit 1995, in der Nauklerstraße, bei der Buchhandlung Frick. Nachmieter für die Räumlichkeiten sind schon gefunden. Padbergs Grafiker Martin Bertele und seine Kollegin Sabine Neff werden hier ihr Büro eröffnen.

„Final Cut“ sollte die letzte Ausstellung ursprünglich heißen, was aber doch zu hart klang. Jetzt firmiert sie unter dem sanften und zukunftsträchtigen Titel „Bitte umblättern“ – eine Ausstellung wesentlicher Künstlerbücher aus den letzten vierzig Jahren. Und natürlich gibt es ab sofort entsprechenden Ausverkaufs-Rabatt. Eine finale Finissage wird am 22. Dezember die Geschichte dieses Kleinods des Tübinger Ausstellungsbetriebs beenden. Die erste Schau in Wien wird am 8. März um 19 Uhr eröffnet.

Info: Die Ausstellung „Bitte Umblättern“ ist noch bis zum 22.12. donnerstags und freitags 11-19 Uhr, an den Adventssamstagen von 10 -18 Uhr in der Bachgasse 15 zu sehen.

Galerie Druck&Buch nimmt Abschied von Tübingen
„In Berlin könnte ich es mir nicht vorstellen, mit Berlin kann ich nicht“, sagt Susanne Padberg. Mit Wien schon.

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23.11.2012, 12:00 Uhr
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