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Makoto Hirata hat sich der Polizei gestellt

Führungsfigur der Aum-Sekte gibt auf

Ein ehemals führendes Mitglied der japanischen Endzeit-Sekte Aum Shinrikyo hat sich der Polizei gestellt. Makoto Hirata gab nach 16 Jahren auf.

02.01.2012
  • von MARTIN KOELLING

16 Jahre war er auf der Flucht, nun hat sich einer der meistgesuchten Terroristen Japans gestellt: Der 46-jährige Makoto Hirata war Mitglied der Aum-Sekte, die 1995 durch einen Giftgasanschlag in Tokios U-Bahn Weltberühmtheit erlangt hatte: 13 Personen starben, 50 wurden teilweise schwer verletzt, tausende litten an Vergiftungserscheinungen. Während ein Großteil der Aum-Führer, darunter der Guru Asahara Shoko, verhaftet wurden, konnten Hirata und andere Mitglieder untertauchen. Auch nach seiner Inhaftierung werden die Fahndungsplakate immer noch zwei Komplizen zeigen: Naoko Kikuchi, 40, und Katsuya Takahashi, 53, sind immer noch nicht erfasst.

Nach Angaben der japanischen Polizei marschierte Hirata zehn Minuten vor Anbruch des neuen Jahres in die Polizeistation Marunouchi und gab sich zu erkennen. Ihm wird nicht die Giftgasattacke, sondern eine Entführung eines Notariatsangestellten zur Last gelegt. Außerdem wird er verdächtigt, an einem fehlgeschlagenen Attentat auf den damaligen Polizeichef beteiligt gewesen zu sein. Hirata habe erklärt, er wolle mit dem Kapitel abschließen, so die Polizei. Allerdings wies er die Vorwürfe zurück, einer der Drahtzieher der Entführung zu sein. Er habe nur als Fahrer gewirkt, soll er der Polizei gesagt haben.

Der Kult mit dem Namen Aum-Shinrikyo wurde 1984 durch Chizuo Matsumoto alias Asahara Shoko gegründet und setzte auf buddhistisch verbrämte Weltuntergangsideen und Führerkult. Asahara Shoko sagte 1986 voraus, Japan werde im Ozean untergehen und ein dritter Weltkrieg die Welt zerstören. Den Jüngern wurde eingetrichtert, nur der Guru könne sie retten. Besonders anziehend war der Kult für gebildete Mittelschichtskinder. Ein Grund dafür war vielleicht die Begeisterung des Gurus für die Wissenschaft. Auf dem Höhepunkt seiner Macht zählte die Sekte 10 000 Mitglieder in Japan und 30 000 in Russland.

Der Guru selbst wurde erst neun Jahre nach seiner Verhaftung zum Tode verurteilt, ohne das die Staatsanwälte ihn zu einer Aussage bewegen konnten. Er sitzt weiter in der Todeszelle und schweigt.

Führungsfigur der Aum-Sekte gibt auf
Makoto Hirata auf einem Fahndungsplakat. Foto: afp

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02.01.2012, 12:00 Uhr
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