Sie bekam Rollen bis ins hohe Alter

Französische Schauspielerin Danielle Darrieux stirbt mit 100 Jahren

Von DPA

Kokett, charmant, betörend, elegant und voller Talent: Danielle Darrieux war mit diesen Gaben überhäuft. Acht Jahrzehnte lang hat die Französin vor der Kamera gestanden, mehr als 130 Filme hat sie gedreht. Jetzt ist DD, wie die Franzosen sie nannten, im Alter von 100 Jahren gestorben.

Französische Schauspielerin Danielle Darrieux stirbt mit 100 Jahren

Danielle Darrieux 1954 mit Gérard Philipe in „Le Rouge et le Noir“. Foto: afp

Paris. Mit Rollen in „Der Reigen“ und „Madame de . . .“ war Darrieux in den 50er Jahren ein internationaler Filmstar. In den 60er Jahren spielte sie in der schwarzen Komödie „Der Frauenmörder von Paris“ von Claude Chabrol, im Filmmusical „Das Mädchen von Rochefort“, in „24 Stunden aus dem Leben einer Frau“ und mehr.

„Danielle Darrieux ist eine der ganz wenigen Darsteller, die unvorbereitet in eine Rolle wie in eine zweite Haut schlüpfen“, sagte einst Max Ophüls, mit dem sie große Filme wie „Pläsier“ und „Madame de . . .“ drehte. Auch in einer Verfilmung von Stendhals „Rot und Schwarz“ mit Gérard Philipe begeisterte sie mit natürlicher Schönheit und Eleganz.

Unter Besatzung gearbeitet

Darrieux wurde in Bordeaux als Tochter eines Augenarztes und einer Gesangslehrerin geboren. Sie studierte am Pariser Konservatorium Gesang und Cello. Erstmals stand sie mit 14 Jahren zu Dreharbeiten zu „Le Bal“ von Wilhelm Thiele vor der Kamera. Nur fünf Jahre später, 1936, gelang ihr mit „Mayerling“ von Anton Litvaks der internationale Durchbruch.

In Kritik geriet Darrieux in den 40er Jahren. Denn sie gehörte zu jenen Schauspielern, die im besetzten Frankreich arbeiteten. Darrieux wurde zum Star mehrerer Continental-Produktionen, darunter „Einmal im Jahr“ und „Ihr erstes Rendezvous“.

Noch im hohen Alter feierte Darrieux Erfolge, zum Beispiel als 85-Jährige in „8 Frauen“ von François Ozon im Jahr 2002. „Regisseure und Drehbuchautoren vergessen gerne Schauspielerinnen, die keine 20 Jahre mehr sind“, sagte sie einst. Auf sie hat das nicht zugetroffen. dpa


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20.10.2017 - 06:00 Uhr