Mehr Besucher, interessante Diskussionen, zufriedene Gäste

Französische Filmtage · Festival mit Happy End

Von Ulla Steuernagel

Ein glückliches Team freute sich am Mittwoch über den Ausgang der 34. Französischen Filmtage.

Französische Filmtage · Festival mit Happy End

Plötzlich querschnittsgelähmt: Benjamin (Pablo Pauly) muss lernen, mit diesem Schicksal umzugehen. Das Tübinger Publikum kürte „Patients – lieber leben“ des ebenfalls im Rollstuhl sitzenden Poetry-Slam-Künstlers Mehdi Idir zu seinem Lieblingsfilm.Verleihbild

Glückliche Gesichter bei den Französischen Filmtagen: Beim Pressegespräch zog das Team eine so positive Bilanz wie lange nicht. Die Besucherzahlen an den acht Festivaltagen waren zwar noch nicht ausgezählt, aber so viel scheint schon klar: „auf jeden Fall mehr als im letzten Jahr“, also mehr als 13.000 verkaufte Eintrittskarten. Und das, obwohl in dem um 240 Plätze reduzierten Museum 1 bei drei Vorstellungen pro Tag rund 700 Plätze weniger zur Verfügung stehen. Auch in Rottenburg wurden mindestens 100 Tickets mehr verkauft als im Vorjahr.

Man habe in diesem Jahr die Werbetrommel kräftiger gerührt als sonst und sei auf Facebook sehr aktiv gewesen. Doch die eigentliche Sensation war: Der Programmkatalog war schon zwei Wochen vor dem Festival fertig. „An den zwei Samstagen vor den Filmtagen wurde er uns wie warme Semmeln aus der Hand gerissen“, hatte Pressesprecherin Andrea Bachmann beobachtet. Offenbar nahm das Publikum diese ungewohnt frühe Aufklärung dankbar an.

Festivalleiter Christopher Buhholz schwärmte von dem tollen Team in der Filmtage-Lobby. Dieses Lob wurde von allen anwesenden Mitarbeiter/innen geteilt. Programmleiter Hasan Ugur sieht das Tübinger Festival im europäischen Maßstab direkt hinter dem größten Festival für Frankophonie im belgischen Namur. Dort beginnt man vier Wochen vor Tübingen und hat ein sehr ähnliches Programm. Manche Gäste waren an beiden Orten, aber zeigten deutliche Sympathie für Tübingen: „Namur ist größer, aber das Ambiente und die familiäre Atmosphäre in Tübingen sind schöner“, gab Ugur die Eindrücke wieder. „Diese Begeisterung spricht sich in Frankreich rum“, bestätigte Christopher Buchholz.

In die Glücksbilanz passte auch, dass mehr junge Besucher den Weg ins Kino fanden, nicht nur in das den Unterricht ersetzende Schulkino am Morgen, sondern auch am Nachmittag oder Abend. Und Jule Pasche, zweite Vorsitzende des Filmtagevereins und nicht mehr ganz im jugendlichen Alter, zog ihre persönliche Filmtage-Bilanz mit den Worten: „Kino erweitert den Horizont gigantisch!“


Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

(c) Alle Artikel und sonstigen Inhalte der Website sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.


08.11.2017 - 22:00 Uhr