Schnell, langsam, gemütlich und funktional

Food-Varianten

Von PR

Die heutige Ernährungswelt ist vielschichtiger denn je: Dem altbekannten Fast Food setzt sich Slow Food entgegen, während Convenience, Functional und Brain Food den Reigen an wohlklingenden Anglizismen munter fortführen. Ein Überblick.

Fast Food: Schnelle Küche für schmales Geld

Sei es der Burger im Schnellrestaurant, die Currywurst beim Imbissstand oder der Döner im Laden um die Ecke, Fast Food ist binnen weniger Minuten servierfertig, ebenso rasch verzehrt und außerdem preiswert. Aber wie hoch sind die versteckten Kosten? Fast-Food-Produkte sind in der Regel sehr fetthaltig, stark gesalzen oder gesüßt und äußerst kalorienreich. Das musste der US-Regisseur Morgan Spurlock wortwörtlich am eigenen Leib erfahren, als er sich 2003 einen Monat lang nur von McDonald’s-Menüs ernährte und über 11 Kilogramm zunahm, festgehalten im preisgekrönten Dokumentarfilm „Super Size Me“. Dieser Wachmacher setzte ein Umdenken in Gang: Zwar besteht Fast Food immer noch vorrangig aus Lebensmitteln vom Grill oder aus der Fritteuse, dennoch gesellen sich heute auch nahrhafte Salate und Smoothies hinzu, ergänzt um Heißgetränke wie Kaffee, Tee und Kakao.

Slow Convenience Food: Gut Ding will Weile haben

Slow Food ist kein Sammelbegriff, sondern eine Lebenseinstellung und gleichermaßen der Name einer 1989 gegründeten Organisation. Auch daran war McDonald’s beteiligt: Der Fast-Food-Riese eröffnete zu jener Zeit auf der römischen Piazza Navona eine Filiale und erzürnte damit die traditionelle italienische Küche in persona von Carlo Petrini, der daraufhin die Gegenbewegung Slow Food ins Leben rief. Die Vorsätze: Die Zubereitung soll möglichst mit regionalen Zutaten in Bio-Qualität erfolgen, das anschließende Dinieren mit genießerischer Gemächlichkeit.

 

Letzteres ist ebenfalls bei Slow Convenience Food geboten, das zudem auf kulinarische Bequemlichkeit setzt: Convenience Food gliedert sich in küchen-, gar-, zubereitungs- und verzehrfertige Esswaren, die Bandbreite reicht von Tiefkühlkost über Tüten- und Fertiggerichte bis hin zu Gebäck. Im Getränkebereich kann das Zubereiten von Kaffeespezialitäten aus Vollautomaten als Convenience Food gesehen werden: Hochwertige Ware wird auf Knopfdruck hergestellt.

Functional Food: Mehr als nur ein Werbegag?

Bei Functional Food steht nicht der Geschmack, sondern die gesundheitsfördernde Wirkung im Vordergrund, die zumeist mittels Zusatzstoffen verstärkt werden soll. Beispielsweise werden Joghurts mit Bakterienkulturen versetzt und als probiotisch angepriesen, Brote mit Jodsalz gebacken und mit Omega-3-Fettsäuren angereichert oder die Vitamine A, C und E in fruchtigem Zuckerwasser gelöst und als ACE-Säfte verkauft. Das klingt zwar vielversprechend, jedoch lassen sich in Industrieländern die empfohlenen Tagesdosen an Nährstoffen relativ problemlos erreichen, daher stellt sich die Frage: Sind diese Zusätze überhaupt notwendig und zweckdienlich? Wissenschaftliche Belege fehlen oftmals, vor allem der Nutzen isoliert eingenommener Vitamine ist umstritten.

Brain Food: Energie für die grauen Zellen

Brain Food ist per definitionem auch Functional Food, allerdings in natürlicher und unbehandelter Form. Mehr als ein Fünftel des täglichen Energiebedarfs entfällt auf das Gehirn, das am liebsten mit Zucker und Fett gespeist wird. Darf also hemmungslos genascht werden? Leider nein, Süßigkeiten helfen nur kurzfristig, da hierbei der Blutzuckerspiegel in die Höhe schießt und rasch wieder abflaut.

 

Langkettige Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten, Haferflocken, Kartoffeln, Obst und Gemüse halten das Energielevel konstant und Cashew-, Para-, Erd- oder Walnüsse die Konzentration hoch. Zwecks optimaler Sauerstoffversorgung und Durchblutung lautet die Grundvoraussetzung: Über den Tag viel trinken, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt rund 1,5 Liter bloßes Wasser oder ungezuckerten Tee.


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21.01.2016 - 14:34 Uhr