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Festnahmen nach tödlichem Schuss in Hechingen
Ehemalige Mitschüler trauern nach der Bluttat mit Kerzen und Bildern des Getöteten. Wurde er Opfer einer Verwechslung? Foto: Tödlicher Schuss an der Staig in HechingenHardy Kromer
Verbrechen: Wurde das Opfer verwechselt?

Festnahmen nach tödlichem Schuss in Hechingen

Mitten in Hechingen wird aus einem Auto heraus auf einen 22-Jährigen vor einer Gaststätte geschossen. Es soll um Drogen gegangen sein. Drei Verdächtige sind in Haft.

03.12.2016
  • HARDY KROMER

Hechingen. Blankes Entsetzen in Hechingen. Am Donnerstag gegen 18 Uhr war ein 22-Jähriger mitten in der Stadt im Zollernalbkreis von einem Schuss aus einem fahrenden Auto heraus getroffen worden. Er verblutete.

Ein wenig Erleichterung kam am frühen Freitagabend auf, als die Hechinger Staatsanwaltschaft erste Fahndungserfolge meldete: Drei Verdächtige wurden festgenommen. Hintergrund der Tat soll ein Geschäft im Drogenmilieu sein. Freunde des erschossenen 22-Jährigen aus dem benachbarten Bissingen fragen sich: Ist Umut K. einer Verwechslung zum Opfer gefallen?

Den ersten Erfolg verbuchten die Fahnder in der Nacht zum Freitag, als die 40-köpfige Ermittlungsgruppe der Kripo Rottweil das mutmaßliche Tatfahrzeug fand: den roten Kleinwagen, aus dem der tödliche Schuss abgegeben worden war.

Die weiteren Ermittlungen haben dann ergeben, dass Hintergrund der Tat ein Drogengeschäft war, an dem mehrere Männer beteiligt waren. In und um Hechingen wurden drei Männer gefasst. Bei Wohnungsdurchsuchungen seien umfangreiche Beweise gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft Hechingen hat Haftbefehle beantragt – gegen einen wegen Mordverdachts, gegen die beiden anderen wegen eines Drogendelikts. Das Amtsgericht hat die Männer bereits in Untersuchungshaft geschickt.

Ex-Mitschüler sind schockiert

Familie und Freunde trauern um den 22-jährigen Umut K., der im vergangenen Jahr an der Hechinger Alice-Salomon-Schule sein Abitur machte. „Wir sind schockiert und haben keine Ahnung, warum das passiert ist“, sagen ehemalige Mitschüler, die Blumen und Bilder des Getöteten in der Nähe des Tatorts niederlegen und Kerzen anzünden.

Viele von ihnen kommen gerne auf den 22-jährigen Umut K. zu sprechen. Der junge Mann kurdischer Abstammung, der in Bisingen aufgewachsen ist, wird beschrieben als „ruhiger Junge, der bestimmt keine Feinde hatte“, als „witziger Typ, mit dem man viel lachen konnte“ und als „lieber Mensch, um den viele ehrlich trauern.“ Gesellschaftlich engagiert war er auch: Seit einigen Jahren gehörte er dem Bisinger Jugendgemeinderat an. Für den FC Wessingen spielte er Fußball.

Eine plausible Erklärung für die Tat hat niemand von all denen, die Umut K. kannten und nun um ihn trauern. „Er war kein Typ, der Streit gesucht hat“, erzählt sein ehemaliger Mitschüler M. aus Hechingen mit einer Kerze in der Hand. Ein trauernder junger Mann, der den Erschossenen als „guten Kollegen“ bezeichnet, sagt fast tonlos: „Ein paar reden von einer Verwechslung“.

Mit Anruf nach draußen gelockt

Ein Imbiss-Besitzer, der Umut K. ebenfalls gut kannte, berichtet, dass der 22-Jährige am frühen Donnerstagabend im benachbarten Spielcasino war. Von dort soll er mit einem Bekannten durch einen Handyanruf auf die Straße gelockt worden sein. Gleich darauf traf ihn die tödliche Kugel aus dem roten Kleinwagen.

Ob der Schuss dem anderen Mann gegolten hat? „Reine Spekultation“ sagt Nicole Luther, Sprecherin der Hechinger Staatsanwaltschaft. Sie bestätigt allerdings, dass ein zweiter Mann dabei war, als der tödliche Schuss fiel.

„Ich weiß echt nicht, ob man abends noch raus kann“, sagt ein Mädchen aus einer Clique Jugendlicher, die in der Innenstadt zusammensteht. Ein 18-Jähriger wundert sich nicht so sehr über das Geschehene: „In Hechingen geht's heftig ab. Da trägt ja bald jeder Zweite eine Knarre.“ Ein Dritter bremst ihn: Er möge nicht übertreiben. Aber mulmig werde es einem schon, wenn man sich Gedanken über die Bluttat mache.

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03.12.2016, 06:00 Uhr
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