Stuttgart

Fernmündliche Verhinderung

Von FABIAN ZIEHE

Es kommt selten vor, dass man mit einem Pressesprecher um Gags ringt. Aber den mit der „langen Leitung“ und dieses „auf der Leitung Sitzen“ beansprucht Sven Matis für sich. Soll er doch. Wenn eine ganze Stuttgarter Verwaltung von der Kita über das Ordnungsamt bis zum OB anderthalb Tage nicht erreichbar ist, weil die Telefonanlage streikt, steht die Wortspielkiste eh ganz weit offen.

Fernmündliche Verhinderung

„Dieser Anschluss ist vorübergehend nicht zu erreichen“, hörten Anrufer anderthalb Tage lang, wenn sie versuchten, jemand von der Stuttgarter Stadtverwaltung an den Apparat zu bekommen. Foto: dpa

Stuttgart. Rief man zwischen Montagabend und gestern Morgen eine städtische Nummer an, erklärte eine Stimme reserviert: „Dieser Anschluss ist vorübergehend nicht zu erreichen.“ Blackout bei 12 000 Anschlüssen – außer der Anrufer war Vodafone-Kunde. Dieses Unternehmen betreut die Telefonanlage der Stadt und hatte mit einer Datenbank-Panne die Kunden anderer Anbieter ungewollt gekappt.

Wer von diesen auf das Spiel „Beamtenmikado“ („Wer zuerst zum Hörer greift, hat verloren!“) als Ursache tippte, tat den Bediensteten Unrecht. Zumal diese selber weder auf „Flurfunk“ noch auf „Rauchzeichen“ angewiesen waren: Sie konnten raustelefonieren, E-Mail empfangen und senden. Vodafone entschuldigte sich, ein „Arbeitsfehler“, die Panne zu beheben sei ein „aufwendiger Prozess“ gewesen. Dennoch will die Stadt nachhaken: Anderthalb Tage Funkstille ist etwas arg lang...

Doch nun endlich zu den Wortspielen. Wie wär's mit „Tut-Tut-Tuttgart“, „Telegrafenreiter“, „Kommun-nix-am-Phone“ oder etwas mit „Beamtenapparat“. Alles denkbar, vieles albern. Bleiben wir bei schlichter Eleganz: „Stattgespräch“. Auf Wiederhören! Fabian Ziehe


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09.11.2017 - 06:00 Uhr