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Falscher Bekenner

Gestochen scharfe Momentaufnahme einer Pubertät ohne Perspektive.

Gestochen scharfe Momentaufnahme einer Pubertät ohne Perspektive.

FALSCHER BEKENNER
Deutschland

Regie: Christoph Hochhäusler
Mit: Constantin von Jascheroff, Manfred Zapatka, Victoria Trauttmansdorff

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

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24.11.2015
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Die Pubertät ist ein weites Feld. Da gibt es die sexwütigen Zappler aus den einschlägigen Hollywood-Filmen. Und es gibt welche wie Armin. Der junge Mann (Constantin von Jascheroff) hat gerade mit Ach und Krach die mittlere Reife geschafft und stiert nun lustlos in Richtung Erwachsenendasein. Meist hockt er verspannt und apathisch in der Reihenhaus-Wohnung herum, holpert sich provozierend ungeschickt durch Bewerbungsgespräche und bringt die besorgten Eltern mit seiner Schlaffheit zur Verzweiflung. Nur das hübsche Nachbarsmädel lockt ihn – aber auch nur ein kleines bisschen – aus der emotionalen Totalverweigerung.

Damit ist die Geschichte von „Falscher Bekenner“ auch schon erzählt. Beinahe jedenfalls, denn eines Nachmittags schickt Armin aus schlechter Laune heraus der Polizei einen Brief, in dem er sich als Verursacher eines tödlichen Autounfalls bezichtigt. Eine Wende zum Thriller ergibt sich aus den alsbald zur Masche werdenden Bekennerbriefen indes nicht. Eher sind sie verunglückte Befreiungsschläge gegen die halb bewusste Angst vor einer bis ins Detail vorgezeichneten Lebensbahn. Eine Metapher für die vage erträumte Freiheit jenseits des Abhakens von Einkaufszetteln im Kleinstadt-Supermarkt.

Fast ohne äußere Dramatik schildert der Berliner Regisseur Christoph Hochhäusler diese Pubertät in Zeiten der Perspektivlosigkeit. Dafür steckt der Film so randvoll mit feinfühligen Beobachtungen aus dem Familien- und Jugendzimmeralltag und ist bis in die kleinsten Rollen hinein so überzeugend gespielt, dass sich die Angststarre dieses Buben fast körperlich auf den Zuschauer überträgt.

Spielplan

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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...  Der beste Film, den ich seit langem gesehen habe: Unterschiedliche Protagonisten versuchen jeder auf seine Art, sich durch das Menschenaffentum zu schlagen. Sie tun das mit Witz, Einfallsreichtum und Zusammenhalt. Zunächst will ihnen das auch gelingen, dann werden Ihnen doch zu viele Steine in den Weg gelegt. Die Aufnahmen der einzelnen Szenen sind grandios, die Musik ist spitze, und die Handlung ist bitter-böse-humorvoll. Gut fand ich die Szene, als der Typ bei der Polizei sitzt und die seine Finger anbscannen und seine Hand in einen Scanner legen. Und dann das Geräusch von diesem absurden Gerät in die Stille des Kinosaals hinein, super! Oder der Bulle, dessen Finger wie eine blinde Krähe über der Tastatur kreist, bevor sie dann gnadenlos zuschlägt
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