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Wahrsager lagen wieder daneben

Falsche Prognosen für 2012: Attentat auf US-Präsident und Zusammenbruch der Euro-Zone

Wahrsager sagten Naturkatastrophen voraus, Anschläge auf US-Präsidenten - immer wieder auch den Total-Zusammenbruch der Wirtschaft. Sie lagen auch dieses Jahr wieder ziemlich daneben.

31.12.2012
  • von DPA

Roßdorf Nicht nur der Weltuntergang, den Apokalyptiker für den 21. Dezember aus dem Maya-Kalender herausgelesen hatten, blieb aus. Auch viele andere angsteinflößende Untergangsszenarien, die selbst ernannte Propheten für 2012 vorhergesagt hatten, sind nicht eingetroffen und somit abgehakt, wie die kritische Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) in ihrer Bilanz in Roßdorf (Hessen) mitteilte. Die Experten nahmen dafür etwa 140 Prognosetexte und Webseiten von über 70 namentlich bekannten Auguren unter die Lupe. Analysiert hat sie wieder der Mathematiker Michael Kunkel.

"Vorausgesagt wird, was man sich auch vorstellen kann", sagt der 52-Jährige. Und schon kennt. "Prognosen sind eine Reaktion auf die Realität. Anschläge auf US-Präsidenten sind immer beliebt." Produziert würden Prophezeiungen mitunter wie am Fließband.

Die absurdesten Prognosen für 2012 werden der Kanadierin Nikki Pezaro bescheinigt: angreifende Vögel, auftauchende Tiefseemonster, der Fund des heiligen Grals - wie von einem Hollywood-Drehbuch abgekupfert.

Naturkatastrophen habe der Astrologe und Gründer des Magazins "Astrowoche" Kurt Allgeier für die Zeit zwischen Ende Juni und Mitte Juli erwartet, Ereignisse, "die wohl sogar noch heftiger sein werden, als wir sie zuletzt erlebt haben" - so gibt die GWUP die Ankündigung wieder. Daneben prophezeiten die Wahrsager Bombenattentate, Terroranschläge und Flugzeugunfälle.

"Traditionell werden für die Zukunft immer Katastrophen aller Art vorausgesagt", sagt Kunkel. "Sie wurden in den letzten Jahren um dramatische Schilderungen der Folgen wirtschaftlicher Krisen ergänzt." Als Reaktion auf die Euro-Krise schiebe sich die Ankündigung des Zusammenbruchs des Wirtschafts- und Finanzsystems in den Vordergrund.

Kurt Allgeier war überzeugt, dass es "wohl auch wieder zu Banken- oder gar Länderkrisen kommen" werde." Die Wiener Hellseherin Rosalinde Haller habe für 2012 das Ende von EU und Euro vorausgesagt, andere das Zerbrechen der Euro-Zone und den "kompletten Zusammenbruch". Was die Weltpolitik betrifft, war es für den Chefastrologen Erich Bauer "sicher, dass es in der Welt weiter zu Aufständen kommen wird. Auch bei uns in Europa, womöglich sogar in Deutschland." Allgeiers Prognose: "Wir werden erleben, dass die große Befreiung von den Diktatoren in den arabischen Ländern einen Rückfall erleben wird. Dort wird das Militär als "Übergang" die Herrschaft übernehmen, wobei die Generäle dann wieder zu Machthabern werden." Eine Beschreibung der Situation in Ägypten oder der Eskalation in Syrien müsste eigentlich anders lauten.

Größte Sorge, für die man jedoch - wie für fast alle Vorhersagen - nicht unbedingt die Sterne bemühen muss, sondern auch Medien verfolgen konnte: "Hoffentlich kommt es nicht zu einem Krieg zwischen Israel und dem Iran - mit Einsatz nuklearer Waffen. Das wäre das Schlimmste, was im Jahr 2012 passieren könnte."

Die Fußball-EM sei erstaunlicherweise nicht auf großes Interesse gestoßen. Sterndeuter würden sich bei prüfbaren Fußball-Prognosen eher zurückhalten. Ins Rennen geschickt würden als Orakeltiere Affen, Schnecken, Hamster, Hunde, Katzen, Schweine, Elefanten, Tiger, Schildkröten - immer gemessen an dem Kraken Paul, der zu Lebzeiten Maßstäbe setzte.

Und was bringt 2013, was sagen die Auguren jetzt schon voraus? Michael Allgeier, Sohn von Kurt Allgeier, hat für den wiedergewählten US-Präsidenten Barack Obama schlimme Ahnungen: "Obama ist von Intrigen und Attentatsplänen bedroht". Außerdem fürchtet er, dass "das demokratische Griechenland" aus Sicht der Sterne sogar erst am Anfang einer furchtbaren Krise stehe. "2013, 2014, 2015" könne ein "absoluter Staatsbankrott" eintreten.

Die Astrologin Antonia Langsdorf sieht dagegen ein Ende der Euro-Krise kommen: "Wenn wir bis 2014 durchhalten, haben wir es geschafft."

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31.12.2012, 12:00 Uhr
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