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ES GESCHAH AM 20. JULI
Deutschland

Regie: Georg Wilhelm Pabst
Mit: Bernhard Wicki, Karl Ludwig Diehl, Carl Wery

- ab 0 Jahren

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24.11.2015
  • Senderinfo

Als das Radio im Juli 1944 die Landung amerikanischer Truppen in der Normandie verkündet, löst das bei Spaniens Freiheitskämpfern nur verhaltene Freude aus. Dort hatte der Faschismus bereits 1939 auf ganzer Linie gesiegt. Fünf Jahre später gibt es nur noch eine Hand voll versprengter Rebellen in den Bergen, die von General Francos Soldateska gnadenlos verfolgt werden.

Einer dieser Schergen ist Capitán Vidal (Sergi López), ein Blutsäufer, der sich mit sadistischer Lust an Folter und Genickschüssen delektiert. In diese Welt der nackten Gewalt kommt die frisch angetraute Gattin des Capitáns mit ihrer kleinen Tochter Ofelia. Obwohl es die Blutorgien nur von Ferne mitbekommt, spürt das Mädchen instinktiv, dass es in die Hölle auf Erden geraten ist, aus der es nur ein Entrinnen gibt: die Flucht in eine Parallelwelt, in ein von wundersamen Fabelwesen bevölkertes märchenhaftes Universum. Doch bald stellen sich in diesem Traumgespinst die gleichen Gewissens-Fragen wie in der Realität – nur eben auf kindliches Verständnis heruntergebrochen.

Der für sechs Oscars nominierte Film des Mexikaners Guillermo del Toro („Hellboy“) ist weniger eine Erzählung aus der konkreten Historie, als eine Allegorie über den Faschismus an sich. Als eine „Perversion der Unschuld, und daher auch der Kindheit“, bezeichnet ihn der Regisseur, dem die Beweisführung dann allerdings nur zum Teil gelingt. Vor allem ist die „Wirklichkeit“ mit ihrem brutalen Schlächter, der seine Frau als Gebärmaschine missbraucht, und den edlen Rebellen selbst im Kontext einer Parabel ein bisschen arg eindimensional geraten – auch wenn man in Rechnung stellt, dass sich aus Sicht eines kleinen Mädchens manches vergröbert darstellt.

Überzeugend und spannend ist dagegen, wie sich Imagination und Realität, Bewusstes und Unbewusstes, immer wieder überlagern und durchdringen. Vidals Spiegelung in der Unterwelt ist ein den Gräuelzeichnungen Goyas und Arthur Rackhams entlehntes Ungeheuer, an das sich jeder Zuschauer noch ein Weilchen mit Schrecken erinnern wird – und die als triftiges Symbolbild des Faschismus vielleicht sogar Filmgeschichte macht.

Spielplan

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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Schlichtweg genial ist an diesem strunzöden, oft lachhaften, aber nie wirklich lustigen Film eher mal gar nix. der Humor ist seicht, platt und bemüht, was dann gar mehr an einen teutonischen Genrevertreter gemahnt. von französischer Leichtigkeit und Spritzigkeit iss hier nix zu sehen. Einzig das engagierte Spiel der immer irgendwie knuffigen, sympathischen Virginie Efira rettet die cineastische Stinkbombe vor dem Totalabsturz. Um den Tagblatt-Kritiker indes muss man sich langsam wirklich Sorgen machen ...
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