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Das politische Buch

Erwachsen in der BRD

Dritte Generation Ost? Das sind die, die als Kind in der DDR aufgewachsen und nach deren plötzlichem Verschwinden in der Bundesrepublik erwachsen geworden sind. 2,4 Millionen Menschen der Jahrgänge 1975 bis 1985.

05.09.2012
  • PETER BUYER

Immerhin knapp drei Prozent aller Deutschen gehören zu dieser "Dritten Generation". Es ist die DDR-Generation, die am meisten von der Wiedervereinigung profitiert hat, sie wurde mit frisch erworbenen Schulabschluss in eine Zukunft ohne Planwirtschaft entlassen.

Allerdings, und das ist ein Anlass für das Buch, haben sie auch darunter gelitten, dass es die "zweite Generation", also ihre Eltern, nicht so einfach hatten. Die Autoren wollen auch, dass über die DDR-Vergangenheit geredet wird, allzu oft werde sie - besonders von den dort Aufgewachsenen - verschwiegen. Seitenlang wird über die Gründe, die zum Buch geführt haben, schwadroniert.

Der Leser, besonders der aus dem Westen, kann sich diesen Teil schenken und sich auf die meist kurzen und spannenden Texte der verschiedenen Autoren konzentrieren: Was sie in ihrer meist wohlbehüteten Kindheit erlebt haben, aber auch, das die ständige Beobachtung und Bespitzelung bis heute zu Verdächtigungen zwischen Verwandten und Freunden führen kann. Besonders stark: Interviews, in der die Befragten in kurzen und prägnanten Sätzen beschreiben, wie es damals war. Von der notwendigen Neuorientierung und davon, dass die, die damit zu lange warteten, zurückblieben.

Sie erzählen von Problemen, die es vor der Wende nicht gab im Osten Deutschlands, von Geldsorgen und Arbeitslosigkeit und von daran scheiternden Ehen. Das ist oft von beeindruckender Intensität. Vielleicht auch deshalb, weil viele der Befragten zum ersten Mal über ihre Erlebnisse berichten.

Einig sind sich die meisten Befragten darüber, dass sie zu den Wendegewinnern gehören, manch einer malt sich aus, wie es gekommen wäre ohne die Wende. Statt Event-Managerin in Stuttgart wäre die Anke Heidemüller dann wohl in der Molkerei oder im Gummiwerk ihres Heimatortes in Brandenburg gelandet.

Leider gibt es zwischendurch auch ostdeutsche Nabelschau, die selbst für die wenigen Westdeutschen, die etwas mehr über die DDR-Vergangenheit wissen wollen, uninteressant ist. Stattdessen hätte etwas mehr Beschäftigung mit den Erfahrungen der westlichen Altersgenossen dem Buch gutgetan.

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05.09.2012, 12:00 Uhr
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