Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Erst Vaterfreuden, dann Sternejubel
Hat in Baiersbronn, Salach und Hamburg gelernt jetzt führt Michael Oettinger sein eigenes Sternerestaurant. Foto: Ferdinando Iannone
Gastronomie

Erst Vaterfreuden, dann Sternejubel

Die Inkognito-Inspektoren von Michelin zeichnen immer mehr Restaurants der Region aus. Stuttgart und seine Umgebung steigen damit in der Gunst von Feinschmeckern.

05.12.2016
  • HANS GEORG FRANK

Stuttgart. Besser hätte das Jahr nicht laufen können für Michael Oettinger (38) aus Fellbach (Rems-Murr-Kreis). Im Januar wurde er Vater einer Tochter, Theresa mit Namen, am 1. Dezember holte er sich in Berlin den ersten Michelin-Stern ab. „Alles passt“, ist Oettinger zufrieden. „Wir haben fünf Jahre auf diesen Stern hingearbeitet, uns aber wegen Michelin nicht verbogen“, sagt der Küchenchef voller Stolz auf die begehrte Trophäe. Vielleicht, sinniert er, habe er „länger gebraucht als andere, aber dafür wollen wir ihn auch länger behalten“.

Der „Hirsch“ im Fellbacher Stadtteil Schmiden ist ein traditionsreicher Gastronomiebetrieb, seit 150 Jahren in Familienbesitz. Michael Oettinger und sein Bruder Martin führen dort seit 2005 das Kommando. Der Küchenchef hat die hohe Kunst der Lebensmittelveredelung daheim erlernt. Das Können verfeinerte er in der „Köhlerstube“ des ruhmreichen Hotels Traube in Baiersbronn-Tonbach und bei Rolf Straubinger im „Staufeneck“; auch die feine Adresse des Louis C. Jacob in Hamburg gehörte zu Oettingers Stationen.

Der Stern für den „Hirsch“ ist bereits der dritte in Fellbach. Im Vorjahr stieg das „Goldberg“ in der Schwabenlandhalle mit Philipp Kovacs in diese Liga auf, der Armin Karrer mit dem „avui“ im Hotel zum Hirschen schon länger angehört. Zuwachs bekam die Elite der Kochkunst in der Region Stuttgart außerdem durch die Gutsschenke im Schlosshotel Monrepos am Ludwigsburger Stadtrand. Seit sich Familie Finkbeiner von der erwähnten Tonbacher Traube um die herzogliche Gastro-Immobilie kümmert, geht es rasant bergauf. Der aus Tunesien stammende Bäckersohn Ben Benasr (36) hat die Küche im Januar 2016 übernommen. „Frische, hochwertige Produkte der Saison werden hier mit handwerklicher Präzision und Finesse zu niveauvollen Gerichten verarbeitet, geschickt bindet man moderne Einflüsse ein, stimmig und nicht übertrieben“, notierten die anonymen Vorkoster des Guide Michelin.

Weil in Stuttgart alle Sterne verteidigt wurden, hat die Schwaben-Metropole samt Umfeld den prestigeträchtigen Stellenwert als Zentrum der Haute Cuisine erhöht. Allein in der Landeshauptstadt können Feinschmecker in acht Lokalen mit einem Stern tafeln: „Délice“, „5“, „YoSH“, „Zirbelstube“ im Hotel am Schlossgarten, „Olivo“ im Hotel Graf Zeppelin, „Speisemeisterei“ in Hohenheim, „top air“ im Flughafen und in der „Wielandshöhe“ von Altmeister Vincent Klink (67), der 1978 seinen ersten Stern – damals noch im „Postillion“ in Schwäbisch Gmünd – feierte.

Im Stuttgarter Speckgürtel lässt es sich gleichfalls gut leben und noch besser laben. Die Inkognito-Inspektoren von Michelin honorierten die exzellenten Leistungen in elf weiteren Edel-Wirtshäusern mit einem Stern. Es sind: „Rilke Restaurant Kerzenstube“ in Backnang, „Bachofer“ in Waiblingen, „Malathounis“ in Kernen, „Schwabenstube“ in Asperg, „Maerz“ in Bietigheim-Bissingen, „Lamm“ in Vaihingen-Rosswag, Landhaus „Feckl“ in Ehningen, Landgasthaus „zur Linde“ in Pliezhausen, Gasthof am Königsweg in Kirchheim/Teck, Burgrestaurant „Staufeneck“ in Salach. Mit geografischer Großzügigkeit darf Schranners „Waldhorn“ in Bebenhausen zu dieser Runde gezählt werden.

Einen Rekord kann die „Krone“ in Waldenbuch beanspruchen. Dort steht Erik Metzger als Jüngster der Sterne-Zunft am Herd. Das Genie stammt aus Dilsberg bei Heidelberg, wo er schon als Knirps in der elterlichen „Sonne“ in die Töpfe guckte. In die 500 Jahre alte Krone kam er 2014, arbeitete sich hoch vom Chef de partie zum Souschef. Seit diesem Sommer ist Metzger Küchenchef und Mitinhaber – mit 23 Jahren.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

05.12.2016, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 
Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Heute meistgelesen
Paul Horn Gmbh wächst weiter kräftig Alle acht Jahre eine große Halle
Naturphänomen in Rottenburg Bäume wie im Fantasyfilm
Wirtschaft im Profil


In der aktuellen Ausgabe des Business-Magazins Wirtschaft im Profil : Schöner Arbeiten - Bedeutung von Architektur für Unternehmen der Region
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-0
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934166
wip@tagblatt.de

Zum Kontaktformular