Rottenburg

Ernsthaftigkeit

Von Manfred Ulrich, Rottenburg

Hülya Yegin-Singer veröffentlichte ihr Tagebuch über 33 Tage Strahlentherapie am Tübinger Uniklinikum („Mit dem Laserschwert gegen den Krebs, 24. Oktober).

Frau Hülya Yegin-Singer hat im TAGBLATT von ihrer Krebserkrankung und der Behandlung in der Radioonkologie an der Universitätsklinik in Tübingen berichtet. Etwa eine Woche vor diesem Bericht wurde eine Studie veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass wir in Baden-Württemberg bei den Vorsorge-Untersuchungen im bundesweiten Vergleich Letzte sind. Woran liegt dies?

Viele Menschen wissen oft nicht, was konkret hinter den Krankheiten steckt, die in den Vorsorge-Untersuchungen überprüft werden und sie wissen oft auch nicht, welche Vorsorgeuntersuchungen es überhaupt gibt. In diesem Punkt, meine ich, hat die Hausärzteschaft eine große Verantwortung!

Wenn unter der Ärzteschaft auch die Angst besteht, als Geschäftemacher tituliert zu werden, wenn sie auf die Vorsorgeuntersuchungen hinweisen, ist es meiner Meinung nach Aufgabe der Ärzteschaft, uns Patienten auf die notwendigen Vorsorge-Untersuchungen hinzuweisen. Rafft sich der Patient auf, geht zum Facharzt, um die manchmal auch nicht so angenehmen Untersuchungen machen zu lassen, muss der Patient spüren, dass die Vorsorge-Untersuchung wichtig ist.

Jemanden mit den Worten zu empfangen (so bei einer urologischen Vorsorge-Untersuchung vorgefallen): „Kommen Sie wegen Ihrer Frau?“, ist äußert zweifelhaft. Es untergräbt die Ernsthaftigkeit der Vorsorgeuntersuchung.

Besser wäre es, den Patienten für sein Kommen zu beglückwünschen und ihm die Ernsthaftigkeit der Untersuchung darzulegen.


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08.11.2017 - 01:00 Uhr